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Start-Up-Pitch

Was wurde aus den »Apostart«-Gewinnern?

Botendienst digital optimieren

In puncto Teamgröße hat sich Mitfinalist Apomap zwar nicht verändert, wohl aber, was das Preismodell angeht. Das junge Unternehmen aus dem sauerländischen Winterberg widmet sich einem gar nicht so jungen Thema: dem Botendienst der Apotheken. Mit Hilfe einer App sollen Apotheken ihre Auslieferungen zwischen Fahrer und Kunden optimieren können. Hierbei soll es für die Apothekenkunden vor allem um Service gehen, etwa indem sie per Tracking-Link verfolgen können, wo ihr in der Apotheke bestelltes Arzneimittel gerade ist und wann es bei ihnen zuhause ankommt. »Das ist in anderen Branchen längst Standard und sollte es auch für den Apotheken-Botendienst sein«, erklärt Paul Vorsmann von Apomap im Gespräch mit der PZ. »Wir wollen Botendienste gerade für junge Menschen sichtbarer machen.« Die Idee brachte dem Team voriges Jahr den zweiten Platz im Apostart-Finale ein.

Inzwischen ist das Start-Up in der Branche gut vernetzt und hat bundesweit etwa 150 Apotheken in seinem Kundenstamm, berichtet Vorsmann. Anders als noch voriges Jahr könnten alle Apotheken die Apomap-Software für bis zu 200 Botendienste pro Monat kostenlos nutzen, danach zahlen die Kunden 20 Cent pro Lieferung. »Das passt einfach besser zum Nutzerverhalten«, so Vorsmann. Den Service betrachte das Start-up als wichtige Investition. Entsprechend viel Wert lege es auf die Weiterentwicklung des Angebots. Es gelte, die Apotheken »digital abzuholen«.

Diagnose binnen 24 Stunden

Ein junges Unternehmen konnte die Jury und das Publikum vergangenes Jahr aber am nachhaltigsten überzeugen: die Telemedizin-App Dermanostic gewann die Apostart-Finalrunde. Mit dem Sieg bekam das Start-up die Möglichkeit, sich als Newcomer bei der Expopharm 2021 zu präsentieren, und darüber hinaus erhielt Dermanostic ein Preisgeld von 4000 Euro. Die Präsentation wird aufgrund der Covid-19-bedingten Absage der Präsenzveranstaltung allerdings ins Jahr 2022 verschoben.

Ziel des damals erst wenige Monate alten Start-ups aus Düsseldorf war und ist, Patienten mit Hautproblemen binnen 24 Stunden eine Diagnose zu stellen sowie eine Behandlung inklusive Rezept für etwa Salben oder Medikamente bereitzustellen. Das Ganze geschieht mithilfe der App, mit der Patienten Fotos ihrer Hautprobleme hochladen können. Die Fotos schaut sich ein ausgebildeter Dermatologe an. Falls nötig, kann nach der Diagnose ein Rezept erstellt und entweder an den Patienten direkt nach Hause oder an eine Apotheke, die der Patient in der App angegeben hat, verschickt werden.

Bis Ende Juni dieses Jahres hat das Start-up mehr als 25.000 Patienten behandelt, hieß es auf Nachfrage der PZ. Durchschnittlich nur etwas mehr als vier Stunden hätten diese dabei auf ihre Diagnose warten müssen und in den allermeisten Fällen sei ein Besuch in einer Hautarztpraxis dann nicht mehr nötig gewesen. Allerdings übernähmen nach wie vor bislang nur die privaten Krankenkassen die Behandlungskosten – ab Herbst rechne man aber mit Vertragsabschlüssen mit den großen gesetzlichen Kassen.

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