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Covid-19-Vakzinen

Was verbirgt sich hinter den Impfstoffen aus China?

Sinovac Biotech ist ein privates chinesisches Unternehmen, das bereits Anfang 2020 begann, einen inaktivierten SARS-CoV-2-Impfstoff (CoronaVac) zu entwickeln.

Bisher wurden für diesen Impfstoff nur die Daten einer Phase-I/II-Studie an 743 Freiwilligen publiziert. Diese Studie wurde zwischen Mitte April bis Mitte Mai 2020 durchgeführt. In der Phase I waren 144 Teilnehmer und in Phase II 600 Teilnehmer eingeschlossen. Der Impfstoff erwies sich als gut verträglich, und neutralisierende Antikörper wurden an Tag 14 nach der Impfung bei 46 bis 50 Prozent der Probanden je nach Impfdosis gemessen. An Tag 28 nach der Impfung stieg die Rate der Serokonversion bis zu 83 Prozent. In der Phase-II-Studie betrug die Inzidenz von Nebenwirkungen bis zu 33 Prozent. Eine Serokonversion von neutralisierenden Antikörpern wurde bei 92 bis 98 Prozent der Teilnehmer an Tag 14 und bei 97 bis 100 Prozent an Tag 28 gemessen.

Im Juli startete Sinovac dann eine Phase-III-Studie in Brasilien gefolgt von weiteren Studien in Indonesien und der Türkei. Mitte Januar 2021 gaben Forscher in Brasilien bekannt, dass für den Impfstoff eine Wirksamkeit von etwas mehr als 50 Prozent ermittelt wurde. Damit korrigierten sie eine kurz zuvor verbreitete Meldung, nach der der Impfstoff bis zu 78 Prozent wirksam sei. Nachprüfen lassen sich diese Daten allerdings nicht, da bislang keine Details der entsprechenden Phase-III-Studie publiziert sind.

Und dies war auch nicht die erste Korrektur. So war aus der Türkei am 24. Dezember im Rahmen einer Pressekonferenz vermeldet worden, dass der Impfstoff eine Wirksamkeit von 91,25 Prozent aufweise, wobei allerdings darauf hingewiesen wurde, dass diese Werte auf vorläufigen Ergebnissen einer kleinen klinischen Studie beruhten.

Trotz der relativ bescheidenen Wirksamkeit wird CoronaVac in einer Reihe von Ländern eingesetzt. Indonesien erteilte dem Impfstoff am 11. Januar eine Notfallzulassung, und zwei Tage später erhielt der indonesische Präsident live im Fernsehen eine Injektion des Impfstoffs. Die Türkei autorisierte CoronaVac am 13. Januar, und ihr Präsident wurde am nächsten Tag geimpft. In Brasilien wurde CoronaVac am 17. Januar zugelassen.

Mitte Januar hat Sinovac zudem ein Dossier bei der Weltgesundheitsorganisation WHO eingereicht. Die Unterlagen werden derzeit gesichtet. Mit einer Entscheidung ist laut WHO frühestens im März zu rechnen.

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