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Genderpolitik
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Was plant die EU?

Auf die »Gender Equality Strategy 2020-2025« unter Ursula von der Leyen als Kommissionspräsidentin folgte am 05. März 2026 die »Gender Equality Strategy 2026-2030«. Was wurde hinsichtlich Gender auf EU-Ebene erreicht? Welche Folgeschritte stehen auf der Agenda? 
AutorKontaktPaulina Kamm
Datum 26.05.2026  14:45 Uhr

Die »Gender Equality Strategy 2020-2025« wurde mit Maßnahmen des am 07. März 2025 verabschiedeten »Fahrplan für die Rechte der Frau« ergänzt. Ziel sei die Verankerung der Geschlechtergleichstellung in allen Lebensbereichen , online wie offline, von Bildung und Gesundheit bis hin zu Arbeit und Führung. »Frauen sind nach wie vor in schlechter bezahlten Branchen überrepräsentiert und in Entscheidungspositionen unterrepräsentiert«, heißt es auf der Homepage der EU-Kommission.

Eine Neuerung sei, dass Männer und Jungen endlich mit einbezogen werden sollen. Geplant sei, diese als »Akteure und Nutznießer der Geschlechtergleichstellung« zu inkludieren. Am Vorgehen selbst soll sich allerdings nichts ändern: intersektionale Perspektiven einnehmen und Gender-Mainstreaming mit gezielten Maßnahmen verbinden. Die Kohärenz zwischen interner und externer Gleichstellungspolitik soll aufgebaut werden. Die EU-Kommission setze hier auf Finanzierung und Unterstützung der Zivilgesellschaft.

Gleichstellung der Geschlechter weiterhin unter Beschuss 

So soll einerseits die ordnungsgemäße Umsetzung der verabschiedeten Rechtsvorschriften zur Gleichstellung der Geschlechter sichergestellt werden. Es wurden andererseits aber auch »neue« Bedrohungen wie geschlechtsspezifische Cybergewalt, geschlechterfeindliche Narrative und KI-bezogene Risiken, die insbesondere Frauen betreffen, aufgenommen. 

Hinsichtlich der Bekämpfung geschlechtsspezifischer Cybergewalt seien regulatorische Dialoge mit »very large online platforms« (VLOPs) geplant. Die EU baue im Rahmen des Digital Services Act spezialisierte Meldestrukturen (»trusted flaggers«) aus, deren Hinweise von Plattformen priorisiert bearbeitet werden müssen.

Frauengesundheit aus wirtschaftlicher Sicht 

Die EU-Kommission behandle Frauengesundheit künftig nicht mehr als reines Sozial- oder Gleichstellungsthema, sondern beziehe ab 2026 auch die Wirtschafts- und Produktivitätsperspektive mit ein. Gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) seien Initiativen und eine Studie über die sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Schließung des »Gender Health Gaps« für Frauen geplant. Hier soll sich voraussichtlich thematisch auf die die Menopause konzentriert werden. 

Zur Bekämpfung der geschlechtsspezifischen Ungleichheit auf dem Arbeitsmarkt und Förderung der Geschlechtergleichstellung in allen Sektoren organisiere die EU den »Action Plan on Women in Research, Innovation & Startups«. Dadurch soll die EU bis 2030 zum attraktivsten Arbeitsort für Frauen in diesem Bereich werden. Der »Boys in HEAL«-Ansatz soll wiederum dazu beitragen, mehr Jungen und Männer für  Gesundheitsberufe zu gewinnen. Er soll die bestehende Initiative »Girls Go STEM« ergänzen.

Die EU-Kommission plant gleichstellungsbezogene Ausgaben im mehrjährigen EU-Haushalt zu erfassen. Ziel ist eine systematischere Bewertung der Wirkung europäischer Fördermittel auf unterschiedliche Bevölkerungsgruppen.

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