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Was Kinderaugen vor Kurzsichtigkeit schützt

Daddeln am Tablet oder Smartphone macht Kinder kurzsichtig? Die Zusammenhänge sind komplexer. Welche Tipps Ärzte für gesunde Kinderaugen geben – und was sich hinter der 20-20-20-Regel verbirgt.
AutorKontaktdpa
Datum 07.09.2026  08:00 Uhr
Was Kinderaugen vor Kurzsichtigkeit schützt

Die Tafel am anderen Ende des Klassenzimmers oder die Freundin auf der anderen Straßenseite wirken irgendwie verschwommen? Das kennt so manches Schulkind. Am Ende der Grundschulzeit sind nach Angaben des Kuratoriums Gutes Sehen (KGS) 15 Prozent der Kinder kurzsichtig.

Die meisten Fälle von Kurzsichtigkeit sind darauf zurückzuführen, dass der Augapfel etwas zu sehr in die Länge gewachsen ist. Das einfallende Licht wird dann nicht erst auf der Netzhaut gebündelt, sondern schon davor. Eine Brille kann das ausgleichen. »Aber ein einmal zu lang gewachsenes Auge wird nicht wieder kürzer«, so Professorin Dr. Bettina Wabbels von der Universitäts-Augenklinik Bonn. Eine starke Kurzsichtigkeit kann zudem langfristig das Risiko für schwere Netzhauterkrankungen erhöhen.

Gut also, wenn Eltern die beeinflussbaren Risikofaktoren für Kurzsichtigkeit kennen – und ihr Kind für gesunde Gewohnheiten rund ums Sehen sensibilisieren.

Wodurch Kurzsichtigkeit entsteht

Zwar spielt auch die Veranlagung eine Rolle. Sind beide Elternteile kurzsichtig, liegt das Risiko für die Fehlsichtigkeit beim Kind bei 60 Prozent, so das KGS.

Es gibt neben der Genetik aber noch weitere Risikofaktoren. Wer nun direkt an Bildschirmzeit denkt, hat durchaus einen Punkt. Aber Vorsicht: »Die bisherige Studienlage erlaubt nicht den Schluss, dass Bildschirmzeit allein Kurzsichtigkeit verursacht«, ordnet die Stiftung Auge ein. Die Forschung zeigt: Viel Nahsehen und wenig Zeit im Freien erhöhen das Risiko dafür, dass Kinder eine Kurzsichtigkeit entwickeln.

Als Naharbeit fürs Auge zählt aber längst nicht nur die Zeit vor Tablet und Smartphone, sondern etwa auch das Lesen von Büchern. Es kommt vor allem darauf an, wie lange die Augen in der Nähe fokussieren müssen – und wie nah Buch oder Gerät davor sind, so Wabbels. Wenig Pausen und wenig Abstand sind auf Dauer besonders schlecht für die Augen.

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