Pharmazeutische Zeitung online
Corona-Impfstoffe

Was ist mit Sputnik V?

Der für den internationalen Sputnik-Vertrieb zuständige russische Staatliche Direktinvestitionsfonds RDIF teilt auf Anfrage mit, dass die EMA-Experten noch in diesem Herbst in Russland erwartet würden. Fragen zu den Gründen der Verzögerung aber bleiben unbeantwortet – der RDIF droht vielmehr schriftlich mit rechtlichen Schritten, sollte jemand negativ über Sputnik V berichten.

Das Gesundheitsministerium in Moskau rechnet zwar nun mit einem EMA-Termin im Dezember. Westliche Diplomaten gehen aber davon aus, dass sich eine EU-Zulassung bis zum Frühjahr 2022 hinziehen könnte. Dann soll Sputnik V auch bei der deutschen Tochter des russischen Pharmakonzerns R-Pharm in Illertissen (Bayern) produziert werden.

Deutschland erkennt Sputnik-Impfzertifikate nicht an

Offen ist außerdem, ob wie von Brüssel angeboten die EU und Russland ihre Impfzertifikate gegenseitig anerkennen. Das wäre jedenfalls unabhängig davon, ob die Impfstoffe in den Ländern selbst zugelassen sind. Immer wieder ärgern sich Menschen, die Sputnik V erhalten haben, dass sie etwa in Deutschland als nicht geimpft gelten und in Quarantäne müssen, obwohl Sputnik in mehr als 70 Ländern anerkannt ist. Auch ein deutsches Gericht bestätigte unlängst, dass eine Sputnik-Impfung in der Bundesrepublik nicht anerkannt ist.

Im Kreml richten sich die Hoffnungen deshalb jetzt vor allem auf einen Erfolg der Verhandlungen zur gegenseitigen Anerkennung der Impfzertifikate. Russland habe die nötigen Dokumente dafür an die EU geschickt, teilt Kremlsprecher Dmitri Peskow mit. Es gebe Anlass zum «Optimismus». Ein möglichst rasches Ergebnis sei auch wichtig für jene, die zwischen der EU und Russland reisten.

Seite<12
Seite<12

Mehr von Avoxa