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Schluckbeschwerden
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Was im Alltag unterstützen kann

Bei Schluckstörungen fällt nicht nur das Essen und Trinken schwer, sondern auch die Einnahme von bestimmten Arzneimitteln. Das Apothekenteam kann durch gezielte Beratung zur richtigen Tecknik sowie zu Einnahmehilfen unterstützen. 
AutorKontaktMaria Pues
Datum 12.05.2026  18:00 Uhr
Was im Alltag unterstützen kann

Mehr als 25 Muskelpaare sind am Schluckakt beteiligt. Damit das Schlucken gelingt, müssen sie koordiniert zusammenarbeiten. Auch die Steuerung durch Gehirn und Nerven spielt dabei eine große Rolle. Entsprechend vielfältig sind die Möglichkeiten für Störungen und die Gruppe der Betroffenen. Zur Letzteren gehören Patienten nach einem Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma, aber auch solche mit neurologischen Erkrankungen wie Morbus Parkinson, Multiple Sklerose oder Demenz. Aber auch bei vielen älteren Menschen, die ihren Alltag ansonsten noch selbstständig bewältigen, besteht ein erhöhtes Risiko für Schluckstörungen.

Nicht zuletzt können verschiedene Pharmakotherapien mit einem Risiko für eine Schluckstörung einhergehen oder es erhöhen. Dazu gehören unter anderem Neuroleptika, Benzodiazepine und verwandte Substanzen sowie (insbesondere intravenös applizierte) hochpotente Opiate. Viele Betroffene werden in einer Klinik behandelt oder in einer Pflegeeinrichtung betreut. Doch nicht immer ist das erforderlich, sodass Hilfestellung auch in der Apotheke gesucht wird.

Wann zum Arzt

Unabhängig von Grunderkrankungen stellt auch höheres Alter einen Risikofaktor für Schluckstörungen dar. Diese können mitunter längere Zeit nicht als solche erkannt werden. Aufmerksam werden sollte man unter anderem, wenn sich häufig verschluckt wird, Mahlzeiten ungewöhnlich lange dauern oder von häufigem Räuspern oder Husten begleitet werden. Auch Veränderungen der Stimme oder des Speichelflusses können Anzeichen sein. Eine ärztliche Abklärung ist dann dringend erforderlich. Therapiestrategien – etwa verschiedenen Möglichkeiten eines Schlucktrainings – richten sich dann nach der Ursache der Schluckstörung.

Da Betroffene bestimmte Nahrungsmittel meiden und/oder Essen und Trinken ihnen Probleme bereitet, besteht die Gefahr einer Mangelernährung. Insbesondere bei älteren Menschen steigt damit die Gefahr von Gebrechlichkeit. Ebenfalls hoch ist das Risiko von Aspirationspneumonien, da Speisenbestandteile oder Getränke in die Atemwege geraten können. Ein weiteres Problem besteht in der Anwendung von Arzneimitteln, die nicht mehr wie gewohnt geschluckt werden können.

Tabletten und Dragees mörsern, Kapseln öffnen – der Fantasie mancher Anwender sind kaum Grenzen gesetzt, Schluckbeschwerden in Eigenregie zu lösen. Dass dies die Wirkung von Arzneimitteln verändern kann, wissen sie häufig nicht. Doch »besser so als gar nicht« ist in der Regel keine gute Option und oft auch nicht erforderlich. Sinnvoller ist es, alternative Arzneiformen zu finden oder – falls für den Patienten möglich – das Schlucken zu erleichtern, etwa mit einem Überzug, der die Tabletten und Kapseln gleitfähiger macht (zum Beispiel Medcoat® Schluckhilfe).

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