Gesichtsformungsbänder sollen die Haut straffen, das Doppelkinn reduzieren und die Kieferpartie definieren – soweit die Versprechen der Kosmetikindustrie. Sie umschließen die Konturen des Gesichtes. Die Kopfbandagen werden oft mit einem Klettverschluss oder Klebestreifen befestigt. In der Regel sind sie mehrfach verwendbar. Bekannt geworden sind solche Bänder unter anderem durch Stars wie Kim Kardashian. Die Bänder kann man zu Hause etwa beim Fernsehen oder Bügeln tragen. Bei den meisten Produkten wird empfohlen, sie zwischen einer halben und maximal einer Stunde zu tragen.
»Gesichtsformungsbänder können die Haut und das darunterliegende Gewebe vorübergehend komprimieren«, erklärt Dr. Uta Schlossberger, Fachärztin für Dermatologie mit einer Praxis in Köln. Direkt nach dem Tragen könne dadurch das Gesicht kurzfristig etwas straffer oder definierter erscheinen. »Eine nachhaltige Straffung der Haut oder eine Reduktion eines Doppelkinns erreichen diese Produkte jedoch nicht.«
Meike Schröder erklärt, warum der Effekt nicht anhält: »Gibt es Wasserablagerungen im Gesicht, kann so ein Gesichtsformungsband diese kurzfristig verschieben. Das kann man sich vorstellen wie bei einer Schwellung. Wenn man diese eindrückt, wird die Lymphflüssigkeit kurzfristig verschoben und es gibt eine Delle.«
Auch wenn so ein Gesichtsformungsband Vorteile bringen kann – etwa, dass die Anwendung nicht invasiv sowie vergleichsweise kostengünstig und einfach ist –, handelt es sich Schlossberger zufolge eben nur um einen kurzfristigen optischen Straffungseffekt.
Die Bänder – beziehungsweise die Werbeversprechen dazu – könnten also unrealistische Erwartungen wecken. »Wissenschaftliche Belege dafür, dass Gesichtsformungsbänder langfristig etwas bringen, gibt es bislang nicht«, sagt Meike Schröder. Bei empfindlicher Haut könnten die Bänder Uta Schlossberger zufolge sogar Druckstellen oder Reizungen und damit Ekzeme verursachen. Auch Kontaktallergien seien möglich.