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Ästhetisches Problem
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Was bei einem Doppelkinn hilft

Cremes, Spritzen, Gesichtsformungsbänder – es gibt verschiedene Methoden, ein ungeliebtes Doppelkinn zu reduzieren. Zwei Dermatologinnen geben eine Einschätzung, was welche Effekte hat.
AutorKontaktdpa
Datum 29.07.2026  13:30 Uhr

Was die wirksamste Maßnahme ist, hängt auch von der Ursache für das Doppelkinn ab. »Ein Grund kann zu viel Fettgewebe unter dem Kinn sein«, sagt Dr. Meike Schröder, Fachärztin für Dermatologie mit einer Praxis in Berlin. Dann könne es unter Umständen helfen, das Gewicht zu reduzieren. »Allerdings gibt es Menschen, die abnehmen, und trotzdem haben sie noch Fettpolster unter dem Kinn«, so Schröder.

Und dann? »Dermatologen können neben dem Fettabsaugen dann minimalinvasiv arbeiten. Bei der sogenannten Injektionslipolyse werden über kleine Injektionen in die Haut die Fettzellen im Kinn aufgelöst«, erklärt Schröder, die auch Mitglied im Berufsverband der Deutschen Dermatologen ist.

Als mögliche Risiken zählt die Fachärztin etwa vorübergehende Schwellungen und Rötungen der Haut auf sowie in seltenen Fällen auch blaue Flecke oder allergische Reaktionen. Daher sollte man sich zu solchen Behandlungsmethoden und möglichen Risiken ausführlich von einem Dermatologen oder einer Dermatologin beraten lassen.

Welche Ursachen gibt es noch für ein Doppelkinn?

Auch eine anatomische Veranlagung ist eine mögliche Ursache für ein Doppelkinn. »Wenn der Kieferknochen leicht schräg nach vorn gewachsen ist, zeigt sich auch schon bei jungen Menschen ein Doppelkinn«, so Schröder. Behandlungsmöglichkeiten bei ausgeprägten Befunden sind etwa eine operative Hals- und Gesichtsstraffung.

»Im Alter entsteht ein Doppelkinn hingegen oft, weil die Bänder am Kinn oder die Haut erschlaffen«, erklärt Schröder. Da gebe es minimalinvasive Behandlungen: »Geht es um schlaffe Bänder im Gesicht, können Dermatologen etwa im Unterhautgewebe Fäden einziehen, die sich mit der Zeit selbst auflösen.« So eine Behandlung hält laut Schröder meist etwa ein Jahr. Auch hier sollte man sich vorab ausführlich zu möglichen Risiken beraten lassen.

Was bringen Gesichtsformungsbänder?

Gesichtsformungsbänder sollen die Haut straffen, das Doppelkinn reduzieren und die Kieferpartie definieren – soweit die Versprechen der Kosmetikindustrie. Sie umschließen die Konturen des Gesichtes. Die Kopfbandagen werden oft mit einem Klettverschluss oder Klebestreifen befestigt. In der Regel sind sie mehrfach verwendbar. Bekannt geworden sind solche Bänder unter anderem durch Stars wie Kim Kardashian. Die Bänder kann man zu Hause etwa beim Fernsehen oder Bügeln tragen. Bei den meisten Produkten wird empfohlen, sie zwischen einer halben und maximal einer Stunde zu tragen.

»Gesichtsformungsbänder können die Haut und das darunterliegende Gewebe vorübergehend komprimieren«, erklärt Dr. Uta Schlossberger, Fachärztin für Dermatologie mit einer Praxis in Köln. Direkt nach dem Tragen könne dadurch das Gesicht kurzfristig etwas straffer oder definierter erscheinen. »Eine nachhaltige Straffung der Haut oder eine Reduktion eines Doppelkinns erreichen diese Produkte jedoch nicht.«

Meike Schröder erklärt, warum der Effekt nicht anhält: »Gibt es Wasserablagerungen im Gesicht, kann so ein Gesichtsformungsband diese kurzfristig verschieben. Das kann man sich vorstellen wie bei einer Schwellung. Wenn man diese eindrückt, wird die Lymphflüssigkeit kurzfristig verschoben und es gibt eine Delle.«

Welche Vor- und Nachteile haben Gesichtsformungsbänder?

Auch wenn so ein Gesichtsformungsband Vorteile bringen kann – etwa, dass die Anwendung nicht invasiv sowie vergleichsweise kostengünstig und einfach ist –, handelt es sich Schlossberger zufolge eben nur um einen kurzfristigen optischen Straffungseffekt.

Die Bänder – beziehungsweise die Werbeversprechen dazu – könnten also unrealistische Erwartungen wecken. »Wissenschaftliche Belege dafür, dass Gesichtsformungsbänder langfristig etwas bringen, gibt es bislang nicht«, sagt Meike Schröder. Bei empfindlicher Haut könnten die Bänder Uta Schlossberger zufolge sogar Druckstellen oder Reizungen und damit Ekzeme verursachen. Auch Kontaktallergien seien möglich.

Wie kann man einem Doppelkinn vorbeugen?

Wer vorbeugen will, kann es Schröder zufolge mit Gesichtsyoga probieren. Das könne helfen, die Gesichtsmuskeln zu stärken. Im Laufe des Alters verliert die Haut zudem an Spannkraft – auch dadurch können die Gesichtskonturen schlaff wirken. »Die Hautalterung entsteht durch den Abbau von Kollagen und Elastin, Volumenverlust sowie das Absinken tieferer Gewebestrukturen«, erklärt Schlossberger.

Solche Prozesse lassen sich ihr zufolge aber nicht durch ein Gesichtsformungsband dauerhaft beeinflussen. Denn: »Aus dermatologischer Sicht handelt es sich eher um einen temporären kosmetischen Effekt als um eine echte Behandlung«, so Schlossberger.

Cremes oder ein Serum können helfen, dass die Haut möglichst lange straff bleibt. »Es ist wissenschaftlich belegt, dass einige Wirkstoffe gegen Hautfalten helfen«, sagt Schröder. Dazu gehören ihr zufolge unter anderem Retinoide – also Vitamin-A-Derivate –, Antioxidantien, Hyaluronsäure und Phenole. Zudem gebe es Cremes mit Botox-ähnlicher Wirkung. »Diese Cremes enthalten Neuropeptide, Argirelin, und wirken von außen – müssen also nicht per Spritze verabreicht werden«, erklärt Schröder.

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