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Vor-Ort-Versorgung

via-Apotheker fordern Hilfe von Spahn

Nach Auffassung des Verbands innovativer Apotheken (via) muss der Bundesminister für Gesundheit, Jens Spahn (CDU), sich zur Vor-Ort-Versorgung bekennen und vorerst den Versandhandel mit Arzneimitteln verbieten.
Jennifer Evans
30.03.2020
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Während niederländische Versender vor allem ihren Aktien Beachtung schenkten, hätten die Offizinen hierzulande die Gesundheit der Bevölkerung im Blick, kritisiert der Verband die derzeitige Schieflage. Vor Kurzem hatte auch der Bundesverband Deutscher Versandapotheken (BVDVA) dazu aufgerufen, während der Cornonavirus-Pandemie verstärkt auf Online-Apotheken zurückzugreifen. »Spahn muss sich zu der Vor-Ort Versorgung bekennen«, fordert via-Vorstand Thomas Anthes. Trotz jahrelanger gesundheitspolitischer Differenzen habe der Minister sich in der dieser Krise auf die Vor-Ort-Apotheken verlassen können. Diese hätten »ohne jede staatliche Hilfe« Investitionen getätigt, um Mitarbeiter und Kunden zu unterstützen, betont Anthes. Unter anderem meint er damit den zusätzlichen Aufwand rund um die Herstellung von Desinfektionsmitteln.

Deutliche Worte findet der Verband, der im Jahr 2019 neu gegründet wurde, besonders für jene Arzneimittel-Versender, die nun ihre Gewinne feiern: »Das höhnische Gelächter der hauptsächlich aus der Schweiz vorangetriebenen Online-Apotheken über ihre steigenden Umsätze ist weit weg vom solidarischen Gedanken und unzeitgemäß«, bemängelt Anthes. Es könne nicht sein, dass der Versandhandel die stationären Apotheken in der derzeitigen Lage zusätzlich schwächen wolle. Aufgrund eines ungünstigen Standorts kämpften einige Offizinen aktuell ohnehin ums Überleben. Nach Ansicht von via muss Spahn daher nun die Apotheken vor Ort unterstützen und dem Online-Handel mit Medikamenten »zumindest vorübergehend« einen Riegel vorschieben – vor allem dann, wenn der Minister weiterhin eine 24-Stunden-Bereitschaft garantieren will. Ändert sich nichts, ist dann womöglich »niemand mehr nachts im Notfall da, geschlossen ist geschlossen. Andere Apotheken werden dies nicht kompensieren können«, so Anthes.

Bereits im Februar dieses Jahres hatte der Verband angesichts der Coronavirus-Pandemie Konsequenzen für die Arzneimittelpolitik gefordert.

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