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November-Zahlen

Versender legen im OTC-Markt wieder zu

Verluste im Absatzmarkt, weniger Kunden und mehr Konkurrenz mit dem Versandhandel. Für die Apotheken vor Ort setzt sich der Trend der vergangenen Monate auch im November 2020 fort. Aktuelle Zahlen des Informationsdienstleisters Insight Health zeigen außerdem, dass der OTC-Markt bei den Online-Apotheken immer größer wird.
Jennifer Evans
22.12.2020  13:30 Uhr

Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie haben Vor-Ort-Apotheken mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Die zweite Lockdown-Phase ab dem 2. November 2020 hat die Situation für die Offizinen nicht gerade entschärft, wie aktuelle Zahlen von Insight Health zeigen. Im Gegenteil: Anfang November (KW 45) kamen 21,8 Prozent weniger Kunden in die Apotheken im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (siehe Grafik 1). Und bis Ende November (KW 48) hatte es bei der Kundenfrequenz dann sogar einen Rückgang bis auf minus 26,1 Prozent gegeben. Seit Anfang Dezember entspannt sich der Verlust etwas und das Minus – gemessen jeweils an der Anzahl der OTC-Kassenbons – kletterte dann wieder auf rund 21 Prozent. Insgesamt bedeutet das nun für das Jahr 2020 (bis einschließlich der 50. Kalenderwoche), dass durchschnittlich 9 Prozent weniger Kunden in die Apotheken gekommen sind als im gleichen Zeitraum 2019.

Das wirkt sich natürlich auch auf den Absatz aus. Der liegt kumuliert im Rx-Bereich, wenn nun auch der November einberechnet ist, im Schnitt bei einem Minus von 2,2 Prozent und im OTC-Markt sogar bei einem Minus von 11,2 Prozent in den Apotheken vor Ort. Damit ist der Wert noch einmal etwas abgesackt. Wie die PZ berichtete, kumulierte die Entwicklung beim Absatz von OTC-Präparaten bis einschließlich der 46. Kalenderwoche noch bei einem Minus von knapp 11 Prozent verglichen mit 2019. Berücksichtigen sollte man in diesem Jahr allerdings auch, dass die Grippe- und Erkältungswelle ausgeblieben ist. Aufgrund der Lockdowns und des Tragens von einem Mund-Nasen-Schutz haben sich einfach weniger Menschen angesteckt als sonst. 

Besonders anschaulich ist der Verlust bei OTC-Präparten für Offizin-Apotheken, wenn die Ergebnisse des Datenunternehmens Datamed IQ und damit der niederländische Versandhandel mit ins Spiel kommen (siehe Grafik 2). Auf die Zahlen des Joint Ventures der großen Gruppen Zur Rose Group AG und SA Europe greift Insight Health regelmäßig zurück. Demnach müssen die Apotheken vor Ort nämlich beim MAT-Wert (Moving Annual Total) ein Minus von 7,6 Prozent hinnehmen, während die Versandapotheken gleichzeitig im Zeitraum zwischen Dezember 2019 und November 2020 mehr Absatz mit nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln machten. Sie hatten ein Plus von 10,8 Prozent zu verzeichnen.

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