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OTC-Absatz

Versender knacken 40-Millionen-Marke

Der Versandhandel mit rezeptfreien Arzneimitteln hat im ersten Quartal 2020 alle Rekorde geknackt: Ganze 40 Millionen OTC-Packungen wurden an Kunden in Deutschland verschickt, wie aus einem aktuellen Bericht der ABDA hervorgeht. Ein Grund dafür dürfte die Coronavirus-Pandemie sein.
Stephanie Schersch
24.07.2020  08:00 Uhr

Das erste Quartal 2020 war ein gutes für die Apotheken. So hatten viele Patienten zu Beginn der Pandemie nicht nur Arztbesuche vorgezogen und vermehrt Rezepte eingelöst, sondern verstärkt auch verschreibungsfreie Präparate gekauft. Zwischen Anfang Januar und Ende März gingen 181 Millionen OTC-Packungen in Präsenzapotheken über den HV-Tisch und damit rund 7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie die ABDA in ihrem OTC-Quartalsbericht schreibt. Auch der Umsatz lag mit 1,67 Milliarden Euro in etwa 7 Prozent über dem Vergleichswert aus 2019. Das stärkste Umsatzwachstum gab es mit plus 109 Prozent bei den Desinfektionsmitteln, gefolgt von den Vitaminen A/D (plus 28 Prozent), der Gruppe der sogenannten anderen Analgetika wie Paracetamol (plus 22 Prozent) sowie Husten- und Erkältungsmitteln (plus 20 Prozent).

Ganz besonders gut liefen die Geschäfte offenbar im Versandhandel. Hier stieg der Absatz im OTC-Bereich um satte 22 Prozent und erreichte mit 40 Millionen Packungen einen neuen Rekordwert. Auch beim Umsatz legten die Versender rund 21 Prozent auf 389 Millionen Euro zu. Einen positiven Trend gab es dabei über beinahe alle Arzneimittelgruppen hinweg. Insbesondere bei Medikamenten des respiratorischen Systems, zu denen etwa Heuschnupfenpräparate zählen, lässt sich eine Verschiebung der Umsätze in den Versandhandel erkennen. So entfielen im ersten Quartal 2020 bereits 26 Prozent der Umsätze der Versender auf diese Gruppe, im Vorjahreszeitraum waren es noch 23 Prozent gewesen. Zugleich schrumpfte der Umsatzanteil in den Offizinen leicht von 32 auf 31 Prozent.

Wichtigster Posten waren Analgetika

Am deutlichsten legten die Versender allerdings mit plus 155 Prozent bei Vitamin-C-Präparaten und Arzneimitteln zur Immunabwehr zu. Zudem liefen mit Blick auf Covid-19 natürlich auch im Internet Desinfektionsmittel deutlich besser als im Vorjahresquartal (plus 95 Prozent), Husten- und Erkältungsmittel legten 76 Prozent zu. Von größter Bedeutung für den Umsatzzuwachs waren jedoch die anderen Analgetika, die 26 Millionen Euro Umsatz brachten und damit 48 Prozent mehr als im ersten Quartal 2019.

Ob sich der positive Trend im Versandhandel mit dieser Vehemenz fortsetzen wird, bleibt abzuwarten. Immerhin dürfte ein erheblicher Teil des Wachstums auf die Coronavirus-Pandemie zurückzuführen sein. Zuletzt waren die Absatzzahlen der Apotheken im Rx-, aber auch im OTC-Geschäft deutlich eingebrochen. Grundlage des OTC-Quartalsberichts sind Zahlen des Informationsdienstleisters Insight Health. Aufgrund einer Umstrukturierung der Datenbank ab 2020 sind der ABDA zufolge Abweichungen zu Vorjahresberichten möglich.

 

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