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Seltene Autoimmunerkrankung

Verschiedene Ansätze bei NMOSD

Drei zugelassene Antikörper

Bei der Veranstaltung in Berlin stand der neue, von Horizon entwickelte Antikörper Inebilizumab (Uplizna®) im Mittelpunkt, der seit Mai 2022 eine EU-Zulassung besitzt und demnächst auf den Markt kommen soll. Er richtet sich gegen CD19-positive B-Zellen und führt, als Monotherapie gegeben, zu deren Depletion. Da die CD19+-Zellen AQP4-IgG freisetzen, können so weitere Schübe verhindert werden. Dies konnte der Hersteller in der doppelblinden, placebokontrollierten Phase-II/III-Studie N-Momentum mit 230 Teilnehmern mit NMOSD zeigen (77 prozentige Reduktion des relativen Schubrisikos). Laut Horizon waren Harnwegsinfekte, Arthralgien sowie Kopf- und Rückenschmerzen die häufigsten Nebenwirkungen; diese seien vergleichbar mit Placebo gewesen.

Inebilizumab ist nicht der erste zugelassene Anti-CD19-Antikörper – seit vergangenem Jahr ist mit Tafasitamab (Minjuvi®) bereits ein anderer verfügbar –, aber der erste in dieser Indikation. Als weitere Biologika bei NMOSD stehen Satralizumab (Enspryng®) und Eculizumab (Soliris®) zur Verfügung. Satralizumab richtet sich gegen Interleukin-6, das unter anderem für eine B-Zell-Aktivierung sorgt und die Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke für AQP4-IgG erhöht. Eculizumab schaltet das Komplementprotein C5 aus, was letztlich ebenfalls zu einer Funktionsverbesserung der Blut-Hirn-Schranke führt und damit einen besseren Schutz der Astrozyten vor dem Angriff durch die AQP4-IgG bewirkt.

Ob einer dieser Ansätze bei bestimmten Subpopulationen von NMOSD-Patienten Vorteile bietet, konnte Aktas in Berlin nicht sagen. Klar sei jedenfalls, dass eine Kombination von Inebilizumab mit anderen Arzneimitteln nicht vorgesehen sei.

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