| Alexandra Amanatidou |
| 09.04.2026 12:40 Uhr |
Doch auch im Iran ist die pharmazeutische und medizinische Versorgung angespannt. So wurde ein iranisches Pharmaunternehmen in Teheran vergangene Woche Opfer von Luftangriffen. Dabei handelt es sich um die Tofigh Daru Research & Engineering Company, eines der größten Pharmaunternehmen des Irans, das Anästhetika und Krebsmedikamente herstellt. Den Angriff bestätigten sowohl die iranische Regierung auf der Kurznachrichtenplattform X als auch die israelische Armee (IDF).
Während das Regime von der Zerstörung der Arzneimittelproduktionslinie spricht, wirft Israel dem Unternehmen nach Angaben des BBC vor, chemische Substanzen, darunter Fentanyl, die für die Forschung und Entwicklung chemischer Waffen verwendet werden, geliefert zu haben.
Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bestätigte einem Bericht der Deutschen Welle zufolge den Angriff. Laut WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus wurden durch Bombenangriffe eine psychiatrische Klinik und ein weiteres Krankenhaus außerhalb von Teheran beschädigt. Tedros fügte hinzu, die Organisation habe über 20 Angriffe auf das iranische Gesundheitssystem mit mindestens neun Todesopfern bestätigt.
Immer wieder gibt es Meldungen, dass im Rahmen des Kriegs im Nahen Osten die Gesundheitsversorgung leidet und Gesundheitseinrichtungen attackiert werden. Der Angriff trifft ein Land, das bereits mit Lieferengpässen zu kämpfen hat. Die PZ hat mit einem iranisch-deutschen Apotheker, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben möchte, über die medizinische Versorgung im Iran gesprochen.
Außerdem verließen laut einem Bericht der Deutschen Welle zu Beginn des Krieges viele Ärztinnen und Ärzte mit doppelter Staatsbürgerschaft das Land und flohen über die Grenze nach Armenien oder in die Türkei. In Teheran sind demnach mittlerweile viele private Arztpraxen geschlossen.
Das Regime versucht, ein anderes Bild zu vermitteln. Der iranische Gesundheitsminister Mohammad Reza Zafarqandi gab zuletzt bekannt, dass es dank einer effektiven Verwaltung landesweit keine Engpässe bei Medikamenten oder medizinischer Ausrüstung gebe. »Glücklicherweise haben wir aufgrund früherer Erfahrungen und Prognosen zum Krisenmanagement derzeit keine Engpässe bei Medikamenten und medizinischer Ausrüstung im Land«, sagte er. Dies berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim News Agency, die als nah an den Revolutionsgarden gilt.