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Irans Wirtschaft im Krieg
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Apotheker wird zum Taxifahrer

Krieg, Sanktionen und eine Seeblockade: Im Iran steigen die Preise, Medikamente fehlen, viele Menschen verlieren ihre Arbeit. In Teheran zeigt sich, wie sehr die Krise den Alltag verändert.
AutorKontaktdpa
Datum 07.05.2026  14:15 Uhr

Siamak steht in einer Apotheke im Norden von Teheran. Viele Medikamente fehlen an diesen Tagen. Stattdessen verkauft der Pharmazeut vor allem Seifen, Shampoos und Parfum. Die Gesundheitsbranche steht unter Druck. Im Krieg haben Luftangriffe der USA und Israels Teile der Pharmaindustrie im Iran zerstört. Preise steigen, Importe bleiben aus.

»Es wird immer wieder gesagt, dass im Iran die Medikamente lokal hergestellt werden«, sagt Siamak. »Das stimmt auch – aber die Bestandteile müssen importiert werden.« Die Apotheke sei in den vergangenen Wochen immer mehr zu einem Drogerieladen geworden. Siamak hat bereits seine Kündigung bekommen. Fachpersonal benötige der Besitzer bald wohl nicht mehr, sagt er.

Der Krieg hat die Wirtschaft Irans schwer getroffen. Bereits vor Ausbruch der Kämpfe litten die Menschen im Land unter hoher Inflation und steigenden Armutsraten. Die Proteste, die zu Beginn des Jahres den Iran erschütterten, entzündeten sich zunächst in IT-Geschäften in der Hauptstadt Teheran und weiteten sich von dort aus. Wirtschaftliche Unwuchten hatten die Händlerinnen und Händler auf die Straßen getrieben.

Seeblockade trifft Teherans wichtigste Einnahmequelle

Irans Machtapparat ließ die Proteste brutal niederschlagen. Die Lage beruhigte sich aber nicht. Genaue Daten über die wirtschaftlichen Folgen des Krieges sind im Iran schwer zu bekommen. Manchmal werden offizielle Daten veröffentlicht, die dann von Regierungsseite zurückgenommen werden. Vieles deutet darauf hin, dass die Führung in Teheran das Ausmaß der Krise klein hält. Auch die Furcht vor neuem Unmut in der Bevölkerung dürfte dabei eine Rolle spielen.

Wie umkämpft die Deutung ist, zeigte sich Anfang der Woche. Die auf Wirtschaft spezialisierte iranische Nachrichtenagentur Ilna berichtete über widersprüchliche Angaben zur Arbeitslosigkeit. Im Raum stehen Zahlen zwischen 100.000 und 500.000 Anträgen auf Arbeitslosenhilfe. Doch selbst diese Daten dürften das tatsächliche Ausmaß unterschätzen. Viele arbeiten ohne festen Vertrag. Sie haben keinen Anspruch auf Unterstützung.

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