| Alexandra Amanatidou |
| 09.04.2026 12:40 Uhr |
Von »spürbaren Auswirkungen auf die globalen Lieferketten für Arzneimittel« sprach gegenüber die Bild-Zeitung der Gesundheitsökonom David Matusiewicz. Besonders betroffen seien Medikamente, die auf zuverlässige Kühlketten angewiesen sind, etwa Krebsmedikamente, Biologika gegen Autoimmunerkrankungen sowie andere temperaturempfindliche Präparate. Auch wichtige Notfallmedikamente wie Insulin könnten schwieriger verfügbar werden, sagte er. »Momentan besteht keine akute Gefahr einer breiten Unterversorgung, doch die Risiken wachsen.«
Das US-Fachmagazin für die Pharmaindustrie Pharmaceutical Executive berichtet von ähnlichen Auswirkungen. Demnach sind die Transportwege wichtiger Medikamente beeinträchtigt, was bei den Arzneimittelherstellern Besorgnis hinsichtlich der drohenden logistischen Folgen ausgelöst hat. »Jede anhaltende Bedrohung der Straße von Hormus führt zu Verzögerungen, höheren Versicherungskosten und Umleitungsschwierigkeiten für Transporte, darunter auch für pharmazeutische Wirkstoffe und Fertigprodukte«, schreibt das Magazin in einem Artikel.
Auch die Schließung und der eingeschränkte Betrieb wichtiger Luftverkehrsknotenpunkte am Golf hätten den Transport hochwertiger, zeitkritischer medizinischer Güter weiter reduziert. »Wichtige Luftverkehrsknotenpunkte in der Region dienen als kritische pharmazeutische Transitknotenpunkte, die Afrika, Asien, Europa, Indien und die Vereinigten Staaten verbinden«, schreibt das Magazin. Zu diesen zählen etwa die Arabischen Emirate oder Kuwait.
Besonders besorgt sind Hilfsorganisationen. So warnte das Gesundheitshilfswerk »action medeor« vor immensen Kostensteigerungen bei Medikamenten und humanitären Hilfsleistungen, die durch den Krieg verursacht werden. Laut dem International Rescue Committee und Save the Children laufen Kliniken und humanitäre Zentren im Nahen Osten, in Asien und Afrika Gefahr, dass ihnen grundlegende Medikamente ausgehen. Dies teilten die beiden Organisationen dem US-Radionetzwerk National Public Radio (NPR) mit.