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Unfallmediziner warnen
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Trampolin ist kein Spiel-, sondern Sportgerät

Joggen, Schwimmen, Radfahren? Langweilig! Wer nach einem trendy Ausgleich für strapazierte Muskeln und Gelenke sucht und den Kopf frei bekommen will, geht heute Trampolin springen. Auch Kinder lieben es, sich auf den federnden Tüchern auszutoben. Unfallchirurgen sehen das mit Sorge.
AutorKontaktElke Wolf
Datum 23.05.2022  07:00 Uhr

Regelwerk für zu Hause

Wer sich an die Spielregeln hält, minimiert die Risiken zum Saisonstart im eigenen Garten. Die Experten von der DGOU geben folgende Tipps:

  • Nur allein springen.
  • Gewagte Sprünge sind tabu. Saltos nur im Turnverein auf professionellen Trampolinen unter Anleitung üben.
  • Während des Springens nicht essen, um Zungenbisse zu verhindern.
  • Spielzeug oder Bälle gehören nicht aufs Trampolin.
  • Immer wieder Pausen einlegen. Ermüdung führt zu unsicheren Sprüngen.
  • Nach dem Winter Kontrolle der Sprungfäden und Fangnetze. UV-Licht und Witterung lassen das Material schnell altern. Ist das Trampolin im Boden eingebaut (Inground-Trampoline), ist die Bodenfreiheit erneut zu überprüfen.

Im Grunde ist Trampolinspringen ein prima Ganzkörper-Workout. So sieht das auch Professor Dr. Ingo Froböse, Leiter des Instituts für Bewegungstherapie und bewegungsorientierte Prävention und Rehabilitation an der Sporthochschule in Köln. »Es beansprucht praktisch alle 654 Muskeln des Körpers, und zwar die großen an den Oberschenkeln und am Po, aber auch die kleinen, die tief im Rumpf sitzen. Diese kleinen Muskeln werden im normalen Alltag so gut wie nie trainiert. Dabei sind diese so wichtig, um Körperspannung und Stabilität vom Rumpf her aufzubauen. Zudem schult die Bewegung auf dem instabilen Untergrund die Koordination, den Gleichgewichtssinn und das Körpergefühl. Bei einer gewissen Regelmäßigkeit trainiert das Springen auch die Ausdauer.« Zudem wird das Gerät seit Jahrzehnten in der Prävention und Therapie bei Gelenkserkrankungen, Osteoporose oder Rücken- und Bandscheibenproblemen eingesetzt.

Die Entwicklung geht freilich in eine andere Richtung. Inzwischen bietet jedes Fitnessstudio »Flying Fitness«-Gruppenkurse auf Ein-Personen-Trampolinen mit Haltestange an. Und in zahlreichen Orten in Deutschland haben große Trampolinhallen eröffnet, die sich »Superfly«, »Jump House« oder »Air Hop« nennen. Mehr als 70 »Gummizellen zum Austoben« sollen es hierzulande mittlerweile sein. Sie stehen meist in grauen Gewerbegebieten am Rande der Stadt. Dieser Trend nahm 2004 in Las Vegas seinen Anfang, als der Amerikaner Rick Platt den ersten Trampolinpark der Welt eröffnete.

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