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Apothekertag M-V
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Suchtkranken in der Apotheke helfen 

Suchterkrankungen sind ein verbreitetes und oft unterschätztes Problem. Doch beim Apothekertag Mecklenburg-Vorpommern wurde deutlich, dass Apotheken einiges tun können, um Betroffene zu unterstützen.
AutorKontaktLukas Brockfeld
Datum 08.11.2026  12:35 Uhr

Prävention und Suchterkrankungen – das waren die großen Themen des diesjährigen Apothekertags Mecklenburg-Vorpommern, der am Samstag gemeinsam mit der Scheele-Tagung in Rostock-Warnemünde stattfand. Ein Anlass für diese Themenwahl war der Beschluss des Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetzes (ApoVWG), das den Apotheken zusätzliche Kompetenzen im Bereich Prävention erteilt und unter anderem eine neue pharmazeutische Dienstleistung (pDL) zur Rauchentwöhnung einführt.

Im ersten Vortrag betonte Wolfgang Hoffmann, Epidemiologe und Professor an der Universitätsmedizin Greifswald, dass er ein großer Freund von Präventionsangeboten in Apotheken sei. Der laute Protest von Teilen der Ärzteschaft sollte nach seiner Einschätzung bald verstummen. »Dinge, die vernünftig sind, setzen sich auch durch«, so der Professor. Deutschland müsse unbedingt mehr für Prävention tun, um mit der wachsenden Krankheitslast zurechtzukommen.

Prävention in Zukunft unverzichtbar

Das deutsche Gesundheitssystem sei relativ leistungsfähig und habe im europäischen Vergleich sehr viele Pflegekräfte und Ärzte. Man leiste sich ein teures System mit vielen Arztkontakten, trotzdem sei die durchschnittliche Lebenserwartung in der Bundesrepublik gering. »Wir haben viele Kräfte, aber erreichen relativ wenig«, klagte Hoffmann. Das zeigten zahlreiche Studien und Statistiken.

Eine wesentliche Ursache für die niedrige Lebenserwartung sei das Rauchen, auf das 19,3 Prozent der vermeidbaren Krebserkrankungen zurückzuführen seien. Insgesamt seien vermeidbare Risikofaktoren sogar für 37,4 Prozent der Krebsfälle verantwortlich. Auch Demenz sei zu über 40 Prozent auf vermeidbare Risikofaktoren wie Alkoholkonsum, traumatische Hirnverletzungen oder Herpes zoster zurückzuführen. Neben den individuellen Krankheitsursachen müsse man auch auf strukturelle Probleme wie Armut oder ungesunde Lebensumstände schauen.

»Wir müssen individuell zu einer gesundheitsbewussten Lebensführung beitragen«, sagte Hoffmann. Man müsse die Menschen dabei unterstützen und an ihre eigene Verantwortung erinnern. Doch die Förderung der Gesundheit sei auch eine Aufgabe der Allgemeinheit.

Apotheken hätten eine Verantwortung, die über die Abgabe von Arzneimitteln hinausgeht. Das ApoVWG schaffe hier zusätzliche Möglichkeiten, zum Beispiel durch die neuen pDL. »Die Aufgaben, die Sie zukünftig übernehmen können, werden helfen«, sagte der Professor in Richtung des Publikums. »Sie sind vor Ort da, Sie können das und Sie sollen das auch machen.«

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