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EU im Kampf gegen Krebs
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»Wir müssen die Lokalpolitik beiseitelassen«

Der EU-Ausschuss für öffentliche Gesundheit (SANT) fordert 2,5 Milliarden Euro im nächsten EU-Haushalt für Krebsbekämpfung. Ähnlich wie in Deutschland wird auch auf EU-Ebene auf Prävention gepocht. Der Berichterstatter Vlad Voiculescu fordert eine EU-Strategie sowie eine intensivere Zusammenarbeit zwischen den Ländern.
AutorKontaktAlexandra Amanatidou
Datum 29.09.2026  17:50 Uhr
»Wir müssen die Lokalpolitik beiseitelassen«

Am Montag verabschiedeten die Abgeordneten von SANT eine Entschließung zur Bewertung des EU-Aktionsplans zur Krebsbekämpfung (»Europe’s Beating Cancer Plan«). Dieser hat zum Ziel, die onkologische Versorgung in der EU zu verbessern. Laut einer Pressemitteilung des Parlaments fordern die EU-Abgeordneten »mindestens« zehn Milliarden Euro für den Gesundheitsbereich im nächsten EU-Haushalt. Davon sollen 2,5 Milliarden Euro für Maßnahmen im Zusammenhang mit Krebs vorgesehen werden.

»Die Krebsbehandlung ist individueller und teurer geworden«, erklärte der EU-Abgeordnete Vlad Voiculescu heute gegenüber Journalistinnen und Journalisten. Ähnlich wie in Deutschland will die EU bei der Krebsbekämpfung auf mehr Prävention setzen, da sie die »kosteneffizienteste langfristige Strategie« sei. Denn laut der EU-Kommission seien etwa 40 Prozent aller Krebsfälle vermeidbar.

»Die europäischen Bürgerinnen und Bürger erwarten, dass Europa im Gesundheitsbereich mehr unternimmt, und der nächste EU-Haushalt muss dieser Realität Rechnung tragen«, erklärt die luxemburgische EU-Abgeordnete Tilly Metz, Mitglied der Grünen Partei, gegenüber der PZ.

Voiculescu zufolge werden immer mehr Menschen in Europa an Krebs erkranken, auch weil die Gesellschaft älter wird. »Wir können die demografische Entwicklung nicht ändern«, so der ehemalige rumänische Gesundheitsminister. Er warnt allerdings davor, dass es mehr Krebserkrankungen geben wird, wenn die EU nicht gegen den Tabakkonsum vorgeht.

Aktualisierung der EU-Tabakgesetzgebung

Tatsächlich gehört zu den Forderungen der EU-Abgeordneten die Aktualisierung der EU-Tabakgesetzgebung, um Produkte wie E-Zigaretten, Tabakerhitzungsprodukte und Nikotinbeutel einzubeziehen. Gleichzeitig halten sie eine Anhebung der Mindestverbrauchsteuern für alle Tabak- und Nikotinprodukte für erforderlich. Denn Steuern auf Vapes und E-Zigaretten-Produkte sind deutlich niedriger als die auf Zigaretten, so Voiculescu.

Außerdem seien diese Produkte attraktiv für Jugendliche. »Das Dampfen ist ein Mittel, das Kindern den Einstieg ins Rauchen erleichtert«, so der Politiker der liberalen und zentristischen EU-Fraktion Renew Europe. Er fügte hinzu, dass es kein Mittel sei, um mit dem Rauchen aufzuhören, wie es von den Herstellern beworben wird.

Deshalb fordern die Abgeordneten, dass die Überarbeitung der Tabakgesetzgebung auch Vorschriften für einheitliche Verpackungen, Beschränkungen für Aromen, eine obligatorische Angabe der Inhaltsstoffe sowie ein Verbot des Online-Verkaufs von Nikotinprodukten an Minderjährige umfasst.

Weiterhin fordern die Abgeordneten Maßnahmen gegen Alkoholkonsum, etwa durch eine Pflicht zur Anbringung deutlich sichtbarer Gesundheitshinweise auf allen alkoholischen Getränken. Außerdem wollen sie eine EU-weite Nährwertkennzeichnung auf der Vorderseite von Lebensmittelverpackungen, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert.

»Der europäische Plan zur Krebsbekämpfung muss konsequent umgesetzt und langfristig finanziert werden«, sagt der EU-Abgeordnete Oliver Schenk (CDU) gegenüber der PZ. Zu Recht setze der europäische Krebsplan auf weniger Tabakkonsum, bessere Aufklärung und Impfungen gegen krebsverursachende Infektionen wie HPV. »Europa kann viel bewirken, wenn wir Forschung bündeln, erfolgreiche Präventionsansätze verbreiten und Unterschiede in der Versorgung verringern«, so Schenk.

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