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Prävention
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EU forciert Maßnahmen für mehr Herzgesundheit

Die Europäische Union will mehr in kardiovaskuläre Gesundheit investieren. In einer Stellungnahme zum »Safe Hearts«-Plan der Kommission fordert das EU-Parlament Aufklärungs- und Kommunikationskampagnen zu Herz-Kreislauf-Risiken und schädlichen Alkoholkonsum.
AutorKontaktMelanie Höhn
Datum 01.07.2026  16:30 Uhr

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache in der EU und jedes Jahr für 1,7 Millionen Todesfälle verantwortlich. Die EU intensiviert deshalb ihre Arbeit in diesem Bereich und stellte Ende 2025 den sogenannten »Safe Hearts Plan« vor: Der Schwerpunkt liegt auf den besonderen Bedürfnissen schutzbedürftiger Bevölkerungsgruppen wie Kindern, Jugendlichen und Frauen.

Der Plan soll die Mitgliedstaaten und Interessenträger in den Bereichen Gesundheitsförderung und Prävention, Früherkennung und Vorsorge sowie Behandlung und Pflege, einschließlich Rehabilitation, in Bezug auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen unterstützen.

Verfügbarkeit von Tabakerzeugnissen verringern

Vergangene Woche verabschiedete nun der Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (ENVI) des Europäischen Parlaments seine Stellungnahme als Reaktion auf den »Safe-Hearts-Plan«. Darin wird ein koordinierter Ansatz zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie der damit verbundenen Risikofaktoren und Begleiterkrankungen gefordert. Dies schließt laut EU-Parlament alle wichtigen nicht übertragbaren Krankheiten ein, darunter Diabetes, Bluthochdruck, Krebs, chronische Nierenerkrankungen, Adipositas und viele weitere.

Die Abgeordneten des Gesundheitsausschusses fordern wirksame regulatorische Maßnahmen, um die Erschwinglichkeit, die Verfügbarkeit, den Konsum und die Attraktivität von Tabak- und Nikotinprodukten sowie Rauchgeräten zu verringern. Sie sprechen sich dafür aus, diese neuen Produkte in den Anwendungsbereich der Tabakproduktrichtlinie einzubeziehen und verlangen, dass Werbung in sozialen Medien ausdrücklich von der Richtlinie über Tabakwerbung und -sponsoring erfasst wird.

Aufklärungskampagnen zum Thema Alkoholkonsum

Zudem fordert der Bericht die EU-Länder auf, Aufklärungs- und Kommunikationskampagnen zu Herz-Kreislauf-Risiken und anderen gesundheitlichen Gefahren durch schädlichen Alkoholkonsum durchzuführen; insbesondere bei Mengen, die über die wissenschaftlich fundierten Gesundheitsempfehlungen hinausgehen.

Die Abgeordneten betonten, wie wichtig die Förderung einer ausgewogenen Ernährung und körperlicher Aktivität ist. Außerdem forderten sie eine verbesserte Nährwertkennzeichnung auf der Vorderseite von Lebensmittelverpackungen sowie eine bessere Bewertung der gesundheitlichen Auswirkungen des Konsums von hochverarbeiteten Lebensmitteln und Energy-Drinks.

Zudem befürwortet das EU-Parlament die Einführung von Gesundheitsuntersuchungen zur Herz-Kreislauf-Gesundheit, insbesondere für Personen mit mindestens einem Risikofaktor sowie für Menschen mit einer familiären Vorbelastung für vorzeitige Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Desweiteren wird ein zeitnaher und erschwinglicher Zugang zu hochwertiger Versorgung für Menschen, die mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen leben, gefordert. Auf EU- und nationaler Ebene sollten zudem verstärkt Maßnahmen ergriffen werden, um Ungleichheiten abzubauen, die mit dem sozioökonomischen Status, dem Geschlecht, dem Alter, dem Zugang zur Gesundheitsversorgung sowie Umweltbelastungen zusammenhängen.

Der Bericht, der mit 38 Ja-Stimmen, 2 Nein-Stimmen und einer Enthaltung angenommen wurde, setzt sich nachdrücklich für eine breitere Einführung von und einen besseren Zugang zu Programmen zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit für Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) sowie für verpflichtende HLW-Schulungen an Schulen und am Arbeitsplatz ein. Es wird erwartet, dass das EU-Parlament während seiner Plenartagung im September 2026 über den Bericht abstimmen wird.

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