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Krebs

Strahlentherapie nie ohne vorherige Medikationsanalyse

Ob zur Heilung, zur Schmerzlinderung oder zur Verbesserung der Lebensqualität: Jeder zweite Krebspatient muss sich im Laufe seiner Erkrankung einer Strahlentherapie unterziehen. Was sollten Betroffene rund um die Bestrahlung wissen, auch im Hinblick auf Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel?
Christiane Berg
15.12.2020  07:00 Uhr

Trotz der Erfolge der Radioonkologie im Kampf gegen Krebs sehen betroffene Patienten der Behandlung oft mit großer Sorge entgegen. Wie läuft die Bestrahlung ab? Welche Technik wird verwendet? Welche Risiken gibt es? »Lassen Sie sich von Ihren Ärzten genau informieren. Sprechen Sie Ihre Ängste an. Viele Befürchtungen können durch Beratung und Information aus der Welt geschaffen werden«, unterstreicht Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg. 

In der Regel, so das DKFZ, haben Krebspatienten während der Therapie feste Ansprechpartner, zu denen neben den behandelnden Ärzten und Strahlentherapeuten auch Psychoonkologen, Ernährungsberater und Apotheker zählen, so dass die körperliche und seelische Gesamtsituation Berücksichtigung finden kann.

Werden regelmäßig Arzneimittel zur Therapie anderer Grunderkrankungen eingenommen, so müsse eine genaue Medikationsanalyse gewährleisten, dass diese im Rahmen der Strahlentherapie ohne Bedenken weiter appliziert werden können. Eventuell müssen einige Arzneimittel vorübergehend abgesetzt oder durch andere Medikamente ersetzt werden.

Krebspatienten müssen in der Apotheke dahingehend beraten werden, dass sie bei Nebenwirkungen keinesfalls ohne Absprache mit den Ärzten eigenmächtig zu Mitteln der Selbstmedikation greifen – auch dann nicht, wenn es sich um Nahrungsergänzungsmittel oder alternativmedizinische Präparate handelt.

Ob Vitamin C, Vitamin E, Carotinoide, Flavonoide oder Selen: Besonders bei sogenannten Antioxidantien als »Radikalfänger«, die freie Sauerstoffradikale inaktivieren, sei Vorsicht geboten. Der Patient müsse wissen: Bei der Strahlentherapie sei die Bildung der sonst schädlichen Sauerstoffradikale ein gewünschter Effekt – sollen diese doch die Krebszellen angreifen. Auch wenn entsprechende Studien noch ausstehen: Antioxidantien könnten im ungünstigen Fall den Erfolg der Krebs- und Strahlentherapie in Frage stellen.

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