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Von Mücken bis Wespen 
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Stichfest durch den Spätsommer

Mücken haben noch Saison und Wespen werden auf der Suche nach Süßem immer kontaktfreudiger: Auch im Spätsommer ist das Risiko für Insektenstiche noch hoch. Wie kann man sich schützen und wie sind Stiche zu behandeln?
AutorKontaktCarolin Kühnast
Datum 21.08.2026  15:30 Uhr

Der abendliche Spaziergang am See könnte so schön sein, wären da nicht die vielen Mücken, die einem um den Kopf kreisen. Auch der leckere Kuchen am Nachmittag wird derzeit häufig von hartnäckigen Wespen heimgesucht. Da liegt es nahe, dass es häufiger zu Insektenstichen kommt. Ob eine Prophylaxe sinnvoll ist und wie man im Akutfall richtig handelt, hängt von der Art der Plagegeister ab.

Stechmücken oder Gnitzen sind häufig abends aktiv und hauptsächlich in feucht-warmen Monaten. Die Saison beginnt manchmal schon im Frühling und endet je nach Trockenheit im Spätsommer. Ein Stich verursacht Juckreiz, Brennen auf der Haut und eine Rötung oder Schwellung. So zeigt sich die Reaktion des Körpers auf spezielle Proteine, die während des Stichs von den Mücken abgegeben werden. Aufgrund zahlreicher Mückenarten, deren Proteinkomplexe unterschiedlich zusammengesetzt sind, fällt die Reaktion auf die Stiche mal milder und mal stärker aus.

Davon abzugrenzen sind stechende Fliegen wie Bremsen oder Kriebelmücken, die genau genommen beißen, anstatt zu stechen. Durch das Anritzen der Haut sind die Wunden meist größer, anfälliger für Infektionen und schmerzen deutlich stärker.

Wespen, Bienen, Hornissen und Hummeln werden den Hymenoptera (Hautflüglern) zugeordnet. Sie werden im Gegensatz zu den Stechmücken nicht vom Körpergeruch angelockt und stechen auch nicht, um sich von menschlichem Blut zu ernähren, sondern nehmen Duftreize aus Nahrungsmitteln auf.

Vor allem gegen Ende des Sommers suchen sie Zuckerquellen, um sich zu ernähren. Daher werden sie von Saftschorlen, Kuchen oder Obst stark angezogen. Ein schmerzhafter Hautflügler-Stich passiert demnach eher aus Versehen, wenn sich das Insekt durch Herumwedeln mit den Händen, Anpusten oder einer gewissen Enge unter Kleidungsstücken bedroht fühlt.

Nach dem Stich: Haut kühlen und Juckreiz lindern

Ist es zu einem Insektenstich gekommen, sollte die Haut mit einer Kältekompresse, Wasser oder einem feuchten Umschlag gekühlt werden, um den Juckreiz zu lindern und einer Schwellung entgegenzuwirken. Bei Wespen- oder Bienenstichen sollte am besten für circa 20 Minuten – und das mehrmals über den Tag verteilt – gekühlt werden. So empfehlen es die Autoren der S2k-Leitlinie »Diagnose und Therapie der Bienen- und Wespengiftallergie«, die zuletzt 2023 aktualisiert wurde. Für unterwegs eignen sich Sofort-Kältekompressen sowie kühlende Gele oder Roll-ons. Auch bei Mückenstichen ist Kühlung zu empfehlen.

Um Juckreiz und Entzündung entgegenzuwirken, können auch topische Antihistaminika oder Glucocorticoide versucht werden, wobei die Evidenz hier eher gering ausfällt. Der Einsatz thermischer Stichheiler, die mithilfe von Hitze punktuell und unmittelbar nach dem Stich angewendet werden und so Proteine zersetzen, scheint vor allem bei Mückenstichen den Juckreiz deutlich zu lindern. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie aus 2023, die im Fachjournal »Acta Dermato-Venereologica« veröffentlicht wurde. Eingeschlossen waren 1750 Personen, die mit einem bestimmten Stichheiler insgesamt circa 12.000 Stiche behandelten. Unklar ist jedoch, wie gut solche Produkte bei Stichen durch Hautflügler wirken – hier fehlen noch Daten.

Bei Bienenstichen ist es wichtig, den Stachel zu entfernen, sollte dieser in der Haut verbleiben. Am besten vorsichtig, ohne den Giftsack zu drücken, mithilfe einer Pinzette oder des Fingernagels. Das Hochlagern der betroffenen Gliedmaße kann zusätzlich helfen, das Abschwellen zu unterstützen. Für den Einsatz einer frisch aufgeschnittenen Zwiebel, die man kurz nach dem Stich auf die Haut legt, gibt es keine sicheren Wirksamkeitsbelege. Plausibel könnte der Einsatz dennoch sein, da sie schwefelhaltige ätherische Öle enthält, die entzündungshemmende und keimabtötende Eigenschaften besitzen. Um ein Aufkratzen zu verhindern, können auch wirkstofffreie Pflaster aufgeklebt werden. Diese eignen sich insbesondere für Kinder.

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