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Absencen
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Jamal Musiala gibt neurologische Dysfunktion bekannt

Nach zwei Zusammenbrüchen auf dem Spielfeld nennt der Bayernstar Jamal Musiala eine neurologische Dysfunktion als Grund der Aussetzer – Absencen. Was solche kurzen Bewusstseinspausen kennzeichnet und wie sie behandelt werden.
AutorKontaktChristina Hohmann-Jeddi
Datum 19.08.2026  16:15 Uhr

Der Fußballer Jamal Musiala ist innerhalb weniger Tage zweimal bei Spielen auf dem Fußballfeld zusammengebrochen. Jetzt hat der Bayernspieler auf Instagram den Grund für die Blackouts angegeben. Bei ihm seien »temporär kurz auftretende, aber gut behandelbare Absencen festgestellt« worden, die auf »eine neurologische Dysfunktion zurückzuführen« seien. Eine genaue Diagnose gibt er nicht an, aber vermutlich handelt es sich um eine Sonderform der Epilepsie, der sogenannten Absence-Epilepsie (französisch für Abwesenheit).

Bei dieser Epilepsieform kommt es zu kurzen, nur Sekunden dauernden Bewusstseinspausen, die abrupt beginnen und auch wieder enden. In diesen typischerweise 3 bis 20 Sekunden dauernden Anfällen sind die Personen nicht ansprechbar, verhalten sich aber ruhig und zeigen keine gravierenden motorischen Symptome. Zum Teil fallen die Bewusstseinspausen Umstehenden nicht auf.

Die Anfälle wurden früher auch französisch als Petit-mal genannt, in Abgrenzung zum Grand-mal, dem generalisierten tonisch-klonischen Anfall. Anders als bei diesem kommt es bei Absencen nicht zu einer Bewusstlosigkeit mit Sturz und nicht zu ausgeprägten Krämpfen.

Anfälle entstehen durch eine überschießende oder synchronisierte elektrochemische Hirnaktivität, bei der sich Gruppen von Nervenzellen der Großhirnrinde zeitlich begrenzt, unnormal gleichgeschaltet und in sehr schneller Abfolge entladen. Nach dem Anfall kehrt das Gehirn in seine normale Funktionsweise zurück. Eine Verwirrtheit besteht bei den Personen nach dem Abklingen nicht, aber eine Erinnerungslücke.

Beginn im Kindes- und Jugendalter

Die Absence-Epilepsie beginnt meist im Kindesalter, typischerweise zwischen vier und zehn Jahren, heißt es in einer Publikation der Internationalen Liga gegen Epilepsie. Es gibt aber auch eine juvenile Form, die zwischen 10 und 24 Jahren beginnt. Die Ursachen sind unklar, es gibt aber eine genetische Veranlagung. Während bei der kindlichen Form etwa 10 bis 50 Anfälle pro Tag auftreten können, ist die Zahl bei der juvenilen Form geringer: typischerweise weniger als einmal täglich.

Diagnostiziert wird die Erkrankung durch die Klinik, Anamnese und das typische Anfallsmuster im Elektroenzephalogramm (EEG). In der Therapie ist Ethosuximid Mittel der Wahl. Das Antiepileptikum wirkt über die Blockade von spannungsabhängigen Calciumkanälen und erhöht so die Krampfschwelle. Obwohl das Ansprechen individuell variiert, sind die Absence-Epilepsien gut behandelbar. Dabei ist die kindliche Form besser als die juvenile Form zu therapieren. In der Regel wird das Antiepileptikum so weit aufdosiert, bis der Patient anfallsfrei ist. Wenn Ethosuximid nicht ausreichend wirkt, kommen Lamotrigin, Levetiracetam oder Valproat infrage. Welches Medikament gewählt wird, hängt von Alter, Geschlecht und davon ab, ob zusätzlich tonisch-klonische oder andere Anfälle auftreten.

»Unter der Therapie ist es trotz Sport in der Regel möglich, die Anfallshäufigkeit massiv runterzudrücken«, erklärte der Arzt und Medizinjournalist Dr. Christoph Specht heute im »ZDF«. Er sehe keinen Grund, warum Musiala nicht weiter Hochleistungssport betreiben könne.

Der Fußballspieler selbst betont in seinem Post, es gehe ihm gut. Die Absencen seien aktuell Teil seines Alltags. »Ich bin diesbezüglich in bester medizinischer Behandlung und sehr optimistisch.«

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