Pharmazeutische Zeitung online
»Laboration«

Steffen Kuhnert gründet neues Digital-Bündnis für Apotheker

PZ: Was passiert denn mit ihrem Forum »Die Digitale Apotheke«? Ist es damit hinfällig geworden?

Kuhnert: Die Laboration soll DDA in keinem Fall ersetzen. Vielmehr ist DDA ein Think-Tank für den gesamten Markt, in dem digitale Konzepte diskutiert werden. Während DDA aber für alle Marktteilnehmer offen ist, richtet sich die Laboration in dieser Phase erst einmal nur an die Apothekeninhaber, weil diese über die Investitionen in ihren Apotheken entscheiden. Natürlich soll DDA weiterhin als Ideen- und Impulsgeber erhalten bleiben.

PZ: Man könnte Ihnen vorwerfen, dass in einem solchen Geschäftsmodell nicht alle Apotheken von Ihren Versorgungsideen profitieren und teilnehmen können. Ist eine Zusammenarbeit mit den etablierten Apothekerverbänden geplant?

Kuhnert: Eine Zusammenarbeit mit den etablierten Apothekerverbänden ist in diesem frühen Stadium noch nicht angebracht. Erst einmal müssen wir unsere Ideen konsequent entwickeln, das erste Projekt ins Rollen bringen. An den Verbänden wird allerdings kein Weg vorbei gehen, wenn es darum geht, unsere Projekte für alle Apotheken zugänglich zu machen. Mir ist wichtig zu betonen, dass die Laboration allen Apothekeninhabern zu jeder Zeit offensteht. Wir sind keine weitere Kooperation oder gar ein neuer Verband und wir verstehen uns hier auch nicht als Wettbewerber. Ganz im Gegenteil, wir wollen möglichst aus der Stärke aller Apotheker die Zukunft mitgestalten. Allerdings haben wir auch keine Zeit mehr zu verlieren.

PZ: Insbesondere der Zur Rose-Konzern ist derzeit händeringend auf der Suche nach Apothekern, um sein Plattform-Modell im Markt unterzubringen. Wären Sie für eine Kooperation zu haben?

Kuhnert: Ziel der Laboration ist es, Konzepte auf die Beine zu stellen, die ausschließlich der Apotheke vor Ort helfen. Die Apothekerschaft ist stark genug, um den Wandel aus eigener Kraft zu gestalten und den Kunden neuartige Versorgungsangebote anzubieten – wir brauchen dafür keine internationalen Konzerne. Eine Zusammenarbeit mit internationalen Großkonzernen wie Zur Rose oder Amazon kann ich daher ausschließen. Ganz im Gegenteil: Mit unseren Ideen wollen wir es denen erschweren, ihren Marktanteil weiter auszubauen.

Seite<12

Mehr von Avoxa