| Daniela Hüttemann |
| 15.06.2026 14:30 Uhr |
Ziel der ADKA ist ein Closed-Loop-Medikationsmanagement mit Unit-Dose-abgepackten festen Oralia statt loser Tabletten und Kapseln in allen deutschen Krankenhäusern. Das Medikationsmanagement ist ein Teil dieser Strategie. / © Getty Images/Peter Dazeley
Die ADKA – Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker hat einen neuen Standard »Stationäres pharmazeutisches Management für Krankenhausapotheker*innen« veröffentlicht, dessen Konsensfindung und Inhalte jetzt beim ADKA-Jahreskongress in Düsseldorf näher vorgestellt wurden. Er schließt die Lücke zwischen den bereits bekannten ADKA-Standards zum Aufnahme- und Entlassmanagement. Erstellt wurde er von zehn Krankenhausapothekerinnen und -apothekern verschiedener Standorte.
Ein strukturiertes und konsistentes Medikationsmanagement mit interprofessionellen Rollenkonzepten während der Krankenhausbehandlung sei bislang noch nicht hinreichend definiert gewesen. Ziel ist die Optimierung der Arzneimitteltherapie und die Reduktion der Anzahl von Medikationsfehler. Dazu gibt es nun 20 Empfehlungen, aufgeteilt auf die Bereiche Prozess und Zuständigkeiten, erforderliche Kenntnisse und Fähigkeiten sowie Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung. Abgestuft sind die Empfehlungen von »soll« über »sollte« bis »kann«. Die Einstufung »muss« gibt es nicht.
Ganz klar soll bei allen stationären Patienten ein strukturiertes Medikationsmanagement erfolgen. Es sollte auf einem einrichtungsinternen, interprofessionell entwickeltem Standard beruhen. Dafür soll der Zugriff auf alle erforderlichen patientenbezogenen Daten gewährleistet sein.
Das strukturierte Medikationsmanagement soll eine strukturierte Medikationsanalyse unter Berücksichtigung des klinischen und stationären Kontexts sowie der verfügbaren patientenbezogenen Informationen als zentralen Bestandteil enthalten. Die Ergebnisse und gefundenen arzneimittelbezogenen Probleme (ABP) sollen bewertet, geeignete Maßnahmen interprofessionell getroffen und das ganz nachvollziehbar dokumentiert werden. Geeignete technische Systeme sollten das Medikationsmanagement unterstützen, ersetzen jedoch nicht die fachliche Bewertung im klinischen Kontext.
Stellten stellvertretend für die Gruppe aus zehn beteiligten Krankenhausapothekerinnen und -apothekern den neuen ADKA-Standard auch anhand eines Patientenbeispiels vor: Patryk Mysior (Kliniken der Stadt Köln) und Caroline Maria Griesel (Uniklinikum der RWTH Aachen). / © Avoxa/Matthias Merz