Pharmazeutische Zeitung online
Deutscher Apothekertag

Spahn steht Rede und Antwort 

Mit Blick auf die anstehenden neuen Aufgabe der Apotheken, ab dem 1. Oktober auch die Impfzentren und mobilen Impfteams sowie Kliniken mit Covid-19-Impfstoffen zu versorgen, werde die Gesamtkalkulation der Vergütung zur Verteilung der Impfstoffe überdacht, kündigte der Minister an. Allerdings müsse auch der Koalitionspartner bei dieser Frage mitspielen. »Es ist ja nicht so, dass jedes Mal, wenn ich mit einer Idee um die Ecke komme, das Finanzministerium sagt: Super, das machen wir«, sagte Spahn.

Beim Thema Digitalisierung warf Spahn einen Blick in die Zukunft. Das Digitale werde bei der Kommunikation und Information in fünf Jahren eine ganz andere Rolle spielen, sowohl bei der Vernetzung der Heilberufler untereinander als auch mit den Patienten. »Die Frage ist nur: Macht es Google oder machen wir es? Ich bin dafür, dass wir es machen.«

Als Beispiel kann sich der Minister die verstärkte Nutzung digitaler Beratungsangebote. Drohnen könnten Medikamente ausliefern, und »wer weiß, vielleicht fährt dann der Bildschirm aus der Drohne raus und Sie führen das Beratungsgespräch vor Ort«, überlegte Spahn.

Landapotheken gezielt fördern

Viele Fragen der Delegierten drehten sich um die flächendeckende Versorgung. Eng damit verknüpft ist die Honorierung der Apotheken. Für Krankenhäuser in besonders strukturschwachen Gebieten gibt es bereits eine Art Sicherstellungszuschlag, damit Patienten in ganz Deutschland schnell die nächste Klinik erreichen können.

Dieses Prinzip kann sich Spahn grundsätzlich auch für Apotheken vorstellen, antwortete der Minister auf eine Frage aus dem Plenum. »Dann aber müssen wir genau definieren, was flächendeckende Versorgung in der Arzneimittelversorgung heißt.« So müsse man etwa festlegen, welche Entfernung in Kilometern zumutbar für den Patienten seien.

Darüber hinaus könnten künftig auch mehr Vergütungsbestandteile verstärkt und gezielt  Landapotheken zugutekommen. So profitieren bereits heute Offizinen in Stadtrand etwa mehr von der Notdienstpauschale als Betriebe im Zentrum. Die Apotheken müssten sich nun die Frage stellen, wo künftig der Schwerpunkt der Vergütung liegen soll. Mit Blick auf die flächendeckende Versorgung seien dabei vermutlich die pharmazeutischen Dienstleistungen das bessere Mittel als eine Stärkung des Packungsfixums, meinte Spahn.

Seite<123>

Mehr von Avoxa