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Grippesaison 2021/2022
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Spahn: Alle Impfdosen stehen frühzeitig bereit

Deutschland könnte in diesem Jahr eine besonders schwere Grippewelle drohen. In Berlin warb Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) daher für eine Impfung gegen das Virus. Vakzine sollen in diesem Herbst demnach an keiner Stelle fehlen. Noch im Oktober könnten alle 26 Millionen Dosen im Markt verfügbar sein.
AutorKontaktStephanie Schersch
Datum 06.10.2021  15:30 Uhr

Impfquote zu gering 

Wie viele Menschen sich am Ende tatsächlich gegen die Grippe impfen lassen werden, bleibt abzuwarten. Im vergangenen Jahr waren 22 Millionen Bürger dem Aufruf gefolgt, so viele wie nie zuvor. Diese Zielmarke hat sich die Bundesregierung auch für 2021 gesetzt. Trotzdem sei man gerade bei den über 60-Jährigen weit entfernt von einer zufriedenstellenden Impfquote, betonte STIKO-Chef Thomas Mertens. So empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation für diese Gruppe eine Impfquote von 75 Prozent. In Deutschland liege man mit nur 30 bis 40 Prozent allerdings seit Jahren weit zurück. »Das ist wirklich viel zu wenig«, so Mertens.

Wie gefährlich die Grippe werden kann, hatte zuletzt die Saison 2017/2018 mit rund 25.000 Todesfällen und vergleichsweise vollen Intensivstationen gezeigt. Die Erkrankung sei eben kein harmloses Fieber, betonte Spahn. »Auch eine Grippewelle kann das Gesundheitssystem sehr schwer belasten.« Für den Aufruf zur Grippeimpfung hat das Bundesministerium für Gesundheit ein breites Bündnis gemeinsam mit PEI, Robert-Koch-Institut (RKI) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) formiert. »Je mehr Risikopatienten sich impfen lassen, desto besser kommen wir durch den Winter«, sagte in Berlin auch RKI-Präsident Lothar Wieler gerade mit Blick auf steigende Zahlen bei den Coronavirus-Infektionen. Möglich ist dabei auch eine zeitgleiche Impfung gegen beide Viren.

Für einen unkomplizierten Zugang zur Grippeimpfung sorgen in vielen Regionen inzwischen auch Apotheken. Im vergangenen Jahr waren mit Nordrhein, Niedersachsen, Bayern und dem Saarland zunächst vier Landesteile mit entsprechenden Modellprojekten an den Start gegangen. In diesem Jahr sind weitere Kreise diesem Beispiel gefolgt. Der Widerstand der Ärzte gegen diese Pilotversuche ist allerdings groß

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