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Britische Studie

Gleichzeitige Impfung gegen Grippe und Corona ist sicher

Die Koadministration von einem Covid-19-Impfstoff und einer Vakzine gegen saisonale Grippe ist sowohl sicher als auch effektiv. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung aus Großbritannien.
Christina Hohmann-Jeddi
05.10.2021  08:00 Uhr

Seit Ende September empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO), dass eine Corona- und eine Grippeschutzimpfung, wenn beide indiziert sind, zum gleichen Zeitpunkt gegeben werden können. Beides sind Totimpfstoffe, bei denen ein Mindestabstand generell nicht nötig ist; er wurde aber bei den neuartigen Corona-Impfstoffen aus Sicherheitsgründen zunächst empfohlen. Zum Zeitpunkt, als sich die STIKO für eine Koadministration aussprach, hätten aber noch keine umfangreichen Daten zu deren Sicherheit und Immunogenität vorgelegen, betonte die Kommission.

Jetzt publiziert ein Team um Dr. Rajeka Lazarus von der Universität Bristol Daten zu sechs verschiedenen Impfstoffkombinationen im Fachjournal »The Lancet«. Für die Untersuchung rekrutierte das Team 679 Personen, die eine Dosis Covid-19-Impfstoff (Vaxzevria® von Astra-Zeneca oder Comirnaty® von Biontech/Pfizer) erhalten sollten. Als Impfung gegen saisonale Influenza standen drei Produkte zur Verfügung: eine trivalente mit MF59C adjuvantierte Vakzine (aTIV) oder eine zellbasiert hergestellte oder rekombinant hergestellte quadrivalente Vakzine (QIVc/QIVr). Damit wurden sechs Kombinationen möglich. Eine solche Kombination erhielten insgesamt 340 Probanden, während 339 Personen einen Covid-19-Impfung plus ein Placebo erhielten.

Die gemeinsame Gabe erwies sich als sicher: Die meisten Impfreaktionen seien mild bis moderat gewesen, heißt es in der Lancet-Publikation. Die Raten der lokalen und systemischen Impfreaktionen unterschieden sich dabei zwischen den Gruppen nicht stark. In vier Gruppen wurde eine Nicht-Unterlegenheit der Kombination gegenüber der Einzelgabe des Covid-19-Impfstoffs ermittelt. Bei den zwei Kombinationen mit der trivalenten adjuvantierten inaktivierten Influenza-Vakzine deutete sich eine Unterlegenheit der Kombination hinsichtlich der Impfreaktionsrate an: Hier traten verglichen mit der Corona-Impfstoff-Einzelgabe vermehrt Impfreaktionen auf.

Die Immunantworten auf beide Impfstoffe wurden nicht negativ beeinflusst, heißt es in der Publikation. 97 Prozent der Teilnehmer wären gewillt, auch in Zukunft zwei Impfstoffe zum gleichen Zeitpunkt zu erhalten.

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