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Diabetische Nephropathie
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Spätfolgen vermeiden, Prognose verbessern

Die diabetische Nephropathie ist eine häufige und schwere Komplikation bei Menschen mit Diabetes mellitus. Dank neuer medikamentöser Ansätze und klarer Leitlinien lassen sich Krankheitsverlauf und Folgekomplikationen heute besser beeinflussen. Entscheidend sind eine frühzeitige Diagnostik, individuelle Therapie und die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit.
AutorKontaktPeggy Boje
Datum 09.11.2025  08:00 Uhr

Abnehmende Nierenfunktion, systemische Folgen

Eine diabetische Nephropathie verursacht lange Zeit keinerlei Beschwerden. In frühen Stadien bleibt die Erkrankung meist völlig unbemerkt und wird oft nur bei Routineuntersuchungen im Rahmen der Diabetes-Erkrankung entdeckt. Eine Mikroalbuminurie stellt häufig den ersten objektiven Hinweis dar, ohne dass die Betroffenen etwas davon bemerken (1).

Mit fortschreitender Schädigung treten nach und nach Symptome auf, die auf die zunehmende Einschränkung der Nierenfunktion zurückzuführen sind. Fast alle Patienten entwickeln einen arteriellen Hypertonus, der wiederum den Teufelskreis der Nierenschädigung verstärkt. Eine sichtbare Veränderung des Urins, etwa in Form von Schäumen, kann auf eine ausgeprägte Proteinurie hindeuten, was Patienten jedoch häufig gar nicht wahrnehmen oder fehlinterpretieren (6).

Mit abnehmender Nierenfunktion kommt es zunehmend zu systemischen Komplikationen. Eine renale Anämie entsteht infolge der verminderten Erythropoetin-Synthese, die durch das geschädigte Nierenparenchym begünstigt wird. Erythropoetin ist ein blutbildendes Hormon, das zwingend notwendig ist zur Synthese der roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Eine Anämie äußert sich durch Müdigkeit, Blässe und eine deutlich reduzierte Leistungsfähigkeit (6).

Im Stadium der Urämie treten Symptome wie Kopfschmerzen, starker Juckreiz, Übelkeit und Erbrechen auf, die Ausdruck einer zunehmenden Vergiftung des Körpers durch harnpflichtige Substanzen sind. In diesem Stadium sind Organschäden, die unter anderem die Lunge oder das Herz betreffen können, unvermeidlich. Eine Dialyse ist häufig zwingend erforderlich, um schwere Organschäden abzuwenden (6).

Besonders belastend sind Ödeme, die sich infolge des Albuminmangels im Blut (Hypoalbuminämie) entwickeln. Sie treten zunächst an den Beinen auf, können sich aber auch im Gesicht oder im Bauchraum ausbilden und schränken die Lebensqualität erheblich ein (7).

Von herausragender pathologischer Bedeutung ist schließlich die enge Verknüpfung mit kardiovaskulären Erkrankungen. Patienten mit diabetischer Nephropathie haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Herzinsuffizienz. Damit wird die Nephropathie zu einem Schlüsselfaktor in der interdisziplinären Betreuung von Diabetespatienten.

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