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Gematik-Ausblick
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So soll die ePA ausgebaut werden 

Die elektronische Patientenakte (ePA) ist inzwischen im Alltag von Apotheken und Praxen angekommen. Doch es gibt noch deutliches Verbesserungspotenzial. Die Gematik hat jetzt eine Übersicht veröffentlicht, welche neuen Funktionen in den kommenden Monaten hinzukommen sollen. 
AutorKontaktLukas Brockfeld
Datum 30.04.2026  13:00 Uhr

Vor einem Jahr begann der flächendeckende Roll-out der elektronischen Patientenakte (ePA) in Deutschland. Inzwischen haben die Krankenkassen 73 Millionen Akten für ihre Versicherten angelegt und auch die Nutzerzahlen steigen an. In einer aktuellen Umfrage gaben 23,6 Prozent der Befragten an, dass sie ihre ePA aktiv nutzen. 

Doch die ePA ist noch nicht fertig und wird regelmäßig weiterentwickelt. In ihrem hauseigenen Magazin gibt die Gematik jetzt einen Überblick, welche neuen Funktionen die ePA noch in diesem Jahr bekommen soll. 

Der für die Apotheken wohl wichtigste Ausbauschritt wird die Erweiterung der elektronischen Medikationsliste (eML). Aktuell führt diese nur chronologisch die per E-Rezept verordneten Medikamente auf. Doch künftig sollen Apotheker und Ärzte auch in der Lage sein, OTC-Medikamente und Betäubungsmittel zu ergänzen. 

Mit der ePA Version 3.1.3 soll außerdem der elektronische Medikationsplan (eMP) eingeführt werden. Dieser soll verschiedene strukturierte Dosierschemata wie »einmal wöchentlich« darstellen können und so die Patientensicherheit erhöhen. Zusätzlich soll der eMP den Einnahmegrund und Hinweise zur Einnahme anzeigen. Die Erweiterung der eML soll im dritten Quartal in den Modellregionen Hamburg und Franken erprobt und später in ganz Deutschland eingeführt werden. 

ePA-App benachrichtigt Patienten

Für die Versicherten wird außerdem die Einführung von Push-Benachrichtigungen der ePA-Apps relevant. Immer wenn eine Einrichtung auf die ePA zugreift oder ein Dokument hochgeladen wird, sollen die Patientinnen und Patienten eine Benachrichtigung auf ihr Smartphone bekommen. Die Versicherten sollen auch die Möglichkeit erhalten, die Benachrichtigungen individuell zu konfigurieren oder ganz abzuschalten. 

Im letzten Quartal sollen zwei weitere Features zur Verbesserung der Suchfunktion in den Modellregionen erprobt werden. Zum einen soll es möglich werden, nach bestimmten Daten wie dem Entstehungsdatum oder der Fachrichtung eines Dokumente zu suchen. Außerdem soll eine Volltextsuche implementiert werden, sodass gezielt nach Stichwörtern gesucht werden kann. Die Gematik verspricht eine Erprobung der Funktionen für das Jahresende. Mit einer bundesweiten Verfügbarkeit rechnet die Digitalagentur Anfang 2027. 

Auch in der Politik wird über die Weiterentwicklungsmöglichkeiten der ePA nachgedacht. Wie die Katholische Nachrichtenagentur (KNA) berichtet, möchte Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) Einladungs- und Erinnerungssysteme in der ePA implementieren, die die Patientinnen und Patienten aktiv ans Impfen erinnern. »Wir wissen nämlich, Erinnerung erhöht die Impfquote deutlich«, so die Ministerin am Dienstag auf der Nationalen Impfkonferenz in Köln. 

Laut der Nachrichtenagentur sprach sich Warken außerdem für mehr Impfungen in Apotheken aus. »Damit schaffen wir zusätzliche niedrigschwellige Angebote im Alltag«, so die Ministerin. Aktuell dürfen die Offizinen nur gegen Grippe und Covid-19 impfen. Doch das »Gesetz zur Weiterentwicklung der Apothekenversorgung« (ApoVWG) sieht eine Ausweitung auf alle Totimpfstoffe vor. 

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