Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Umfrage
-
Jeder Vierte nutzt ePA aktiv

Inzwischen nutzen 23,6 Prozent der Versicherten aktiv ihre elektronische Patientenakte (ePA). Das zeigt eine neue Umfrage. Doch mit Blick auf verschiedene Bevölkerungsgruppen zeigen sich deutliche Unterschiede im Nutzungsverhalten. 
AutorKontaktPZ
Datum 28.04.2026  16:00 Uhr

Die Nutzung der elektronischen Patientenakte (ePA) hat ein Jahr nach der bundesweiten Einführung weiter zugenommen. Doch sie wird weiterhin nur von einer Minderheit aktiv verwaltet. Das zeigt eine aktuelle Civey-Umfrage im Auftrag von Pharma Deutschland.

Demnach ist der Anteil der Nutzerinnen und Nutzer innerhalb eines Jahres deutlich gestiegen: Während im April 2025 noch 12,5 Prozent der Befragten angaben, die ePA aktiv zu nutzen, liegt dieser Wert im April 2026 bei 23,6 Prozent. Zwar hat sich die Nutzung damit nahezu verdoppelt, dennoch greift nur rund insgesamt jeder Vierte auf die elektronische Patientenakte zurück.

Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland, sieht Nachholbedarf: »Ein Jahr nach Einführung der ePA ist ein Anteil von Nutzerinnen und Nutzer unter 25 Prozent kein guter Wert. Wir sind noch weit davon entfernt, dass die Mehrheit der Bevölkerung die Vorteile der ePA kennt und sie im Alltag nutzt. Damit geht Potenzial verloren, das wir gerade jetzt im Gesundheitssystem dringend brauchen.«

Regionale Unterschiede 

Die aktuellen Daten zeigen zudem weiterhin Unterschiede zwischen einzelnen Bevölkerungsgruppen. So nutzen Männer die ePA häufiger als Frauen (25,2 Prozent gegenüber 21,7 Prozent). Auch regional bleibt ein Gefälle bestehen: In den ostdeutschen Bundesländern liegt die Nutzungsrate mit 28,9 Prozent über der im Westen (22,2 Prozent).

Besonders aktiv ist die Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen mit einer Nutzungsquote von 28,8 Prozent. In den übrigen Altersgruppen bewegt sich die Nutzung auf einem etwas niedrigeren, aber vergleichbaren Niveau: 30-39-Jährigen (27,1 Prozent), 40- bis 49-Jährige (21,6 Prozent), 50- bis 64-Jährige (24,5 Prozent) sowie Menschen ab 65 Jahren (20,9 Prozent).

Mitte April äußerte die Gematik ihre Zufriedenheit mit dem ePA-Start. Angesichts der durchwachsenen Nutzerzahlen mahnte die Digitalagentur zur Geduld. »Mit der Einführung der ePA holen wir im europäischen Vergleich entscheidend auf. Auch wenn viele andere europäische Länder bereits seit Jahren mit einer ePA arbeiten, brauchte es auch dort Zeit, bis Routine und Akzeptanz erreicht wurden«, so Florian Fuhrmann, Vorsitzender der Gematik-Geschäftsführung.

Mehr von Avoxa