| Lukas Brockfeld |
| 23.04.2026 16:20 Uhr |
Maike Frieben, Juliane Eidenschink, Stefan Schwenzer, Sabine Haul und Philipp Stachwitz (v.l.n.r.) sprachen über das Potenzial der ePA. / © PZ/Brockfeld
Als die elektronische Patientenakte (ePA) vor einem Jahr in Deutschland eingeführt wurde, waren die Hoffnungen groß: Apotheker und Ärzte sollten über die elektronische Medikationsliste (eML), die automatisch mit den Daten des E-Rezepts befüllt wird, einen umfangreichen Einblick über die Medikation ihrer Patientinnen und Patienten erhalten. So ließen sich beispielsweise potenziell gefährliche Wechselwirkungen erkennen und verhindern. Doch wird die ePA diesen Erwartungen im Alltag gerecht? Und welche Funktionen könnten in den kommenden Jahren hinzukommen? Das war am Mittwoch Thema auf der Digitalmesse DMEA in Berlin.
Für die Diskussion waren Juliane Eidenschink (Produktmanagerin und Fachapothekerin für Arzneimittelinformation bei der ID GmbH), Maike Frieben (Ärztin und Produktmanagerin der Gematik), Sabine Haul (Fachapothekerin für geriatrische Medizin, in der Offizin und für Pharma4u tätig) und Philipp Stachwitz (Facharzt für Anästhesiologie und Leiter des Stabsbereichs Digitalisierung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung) eingeladen. Die Moderation übernahm Stefan Schwenzer (Inhaber der Kosmos Apotheke).
Sabine Haul erzählte, wie sehr die elektronische Medikationsliste ihren Arbeitsalltag in der Apotheke verändert habe. »Die ePA bietet im Bereich der AMTS einen erheblichen Mehrwert. Wir öffnen die eML sehr oft und sie kann uns im Arbeitsalltag bei vielen Fragestellungen unterstützen. Wir können sehen, ob ein Patient in anderen Apotheken Medikamente geholt hat. Wir können die Dosierung nachschauen, wenn der Patient beispielsweise sagt, dass die Packung beim letzten Mal anders aussah«, erzählte die Apothekerin.
»Die eML ist etwas, das man als Gamechanger bezeichnen kann«, sagte auch Philipp Stachwitz. »Sie ist wirklich sehr hilfreich und wir bekommen wesentlich mehr Transparenz.« In seinem Praxisverwaltungssystem sei die eML nativ implementiert, sodass er nutzbare strukturierte Daten statt eines einfachen PDFs habe.
Maike Frieben erklärte, dass die ePA in den kommenden Jahren noch viele weitere Features erhalten solle. Für das Jahr 2026 seien ein erweiterter elektronischer Medikationsplan (eMP), die Ergänzbarkeit von weiteren Rezepttypen und strukturierte Dosierungsangaben geplant. Eine dreieinhalbmonatige Pilotphase für die neuen Funktionen soll im Juli starten.