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Konzeptpapier Prävention
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So plant das BMG mit Apotheken

Apotheken sollen in der Präventionsoffensive des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) eine wichtige Rolle spielen. Die Apotheke biete sich besonders als »Ort der Aufklärung zur Primärprävention« an, so das Ministerium gegenüber der PZ. Vor allem Impfungen sind dabei im Fokus.
AutorKontaktAlexander Müller
Datum 01.09.2026  13:30 Uhr

Mitte Juli 2026 hatte das BMG seine Präventionsoffensive gestartet. Vorangegangen waren Konsultationsgespräche mit Verbänden, Trägern der Nationalen Präventionskonferenz (NPK) und weiteren relevanten Akteuren. Laut Ministerium soll Anfang 2027 ein Vorschlag zur Weiterentwicklung des Präventionsgesetzes vorgelegt werden.

Der PZ liegt ein Konzeptpapier des BMG vor, in dem die großen Linien bereits definiert und konkrete Maßnahmen angedacht werden. Der Ausgangspunkt ist klar: Die Gesundheitsausgaben liegen hierzulande deutlich über dem EU-Durchschnitt, die Lebenserwartung aber leicht darunter. Volkskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, psychische Störungen oder Krebserkrankungen verursachen laut BMG-Papier Kosten von über 175 Milliarden Euro jährlich.

Zehn Jahre nach Einführung des Präventionsgesetzes (2015) hätten sich zwar die Ausgaben der Krankenkassen in diesem Bereich verfünffacht, die gemeinsamen Ziele seien aber nur zum Teil erreicht worden. »Jüngere Generationen erkranken heute früher an Krankheiten wie Adipositas oder Typ 2-Diabetes als etwa ihre Eltern«, so der Befund aus dem Haus von Carsten Linnemann (CDU).

Die erstgenannte »Schwerpunktmaßnahme«, um hier endlich besser zu werden, kommt mit »Zielgruppenerreichung« zwar etwas bürokratisch daher. Auf Nachfrage im BMG wird aber klar, dass damit mehr gemeint ist als eine Aufforderung zum Vorsorgecheck von der Krankenkasse oder, wie es im Papier heißt: »Konkretisierung und Individualisierung des Leistungsauftrags der Krankenkassen«.

Apotheken prädestiniert für Prävention

Ein Sprecher des Ministeriums teilte auf PZ-Anfrage mit: »Apotheken sind eine wichtige, niedrigschwellige Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger bei Fragen zur Gesundheit und daher prädestiniert, eine starke Rolle in der Prävention wahrzunehmen.«

Dabei hat man im BMG vor allem das erweiterte Leistungsspektrum im Blick, das mit dem Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) umgesetzt wurde. Apotheken dürfen jetzt alle Personen ab 18 Jahren mit allen Impfstoffen versorgen, die keine Lebendimpfstoffe sind.

Ausgeschlossen sind damit zwar HPV-Impfungen, auf die das BMG einen besonderen Fokus legen will, die aber nur für Kinder und Jugendliche von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen sind. »Mit der Erweiterung des Impfangebots werden Apotheken aber zunehmend als Ort für Impfungen in der Bevölkerung etabliert werden und bieten sich daher in besonderem Maße als Ort der Aufklärung zur Primärprävention an«, so der BMG-Sprecher.

Apotheken im HPV-Impfjahr

Und dies gelte auch für das bundesweite HPV-Impfjahr 2028, in dem Wissen zu HPV und zur Impfung sowie die Inanspruchnahme intensiviert gefördert werden sollen. »Hier können die Apotheken eine wichtige Funktion wahrnehmen, im Rahmen von Aufklärung bei Sorgeberechtigten von Kindern und Jugendlichen im Impfalter.«

Mit dem ApoVWG seien weitere Maßnahmen im Bereich Prävention eingeführt oder weiterentwickelt worden, so das BMG, etwa mit neuen pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL).

Als weitere Maßnahme im Konzeptpapier ist von »Weiterentwicklung der Aus- und Fortbildung von Ärzten und weiteren Gesundheitsberufen im Bereich der Prävention« die Rede. Sind damit wiederum Apothekenteams gemeint? Erneut verweist das BMG in seiner Antwort auf das erweiterte Impfangebot der Apotheken sowie die Möglichkeit der Delegation der Verabreichung des Impfstoffs an PTA. »Für die im ApoVWG vorgesehenen Aufgaben im Bereich Prävention sind, soweit notwendig, Schulungen vorgesehen«, so der Sprecher.

ePA und Primärversorgungssystem nutzen

Die im Konzeptpapier vorgesehene verpflichtende U10-Untersuchung ist sogar vom Gemeinsamen Bundesausschuss bereits beschlossen. Geplant ist im BMG zudem die Einführung eines »Check-up 60+«. Kleine und mittlere Unternehmen sollen künftig über Koordinierungsstellen der Krankenkassen im Bereich betriebliche Gesundheitsförderung besser unterstützt werden.

Zum Programm des BMG zählt außerdem, insgesamt gesündere Lebensbedingungen zu schaffen sowie die Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen stärker zu kontrollieren. Insgesamt soll die Medizin stärker präventiv statt kurativ ausgerichtet werden. Früherkennungsuntersuchungen in allen Altersgruppen sollen auch über eine bessere Nutzung der elektronischen Patientenakte (ePA) sowie über das Primärversorgungssystem verbessert werden – auch hier wird über die Rolle der Apotheken noch diskutiert.

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