Viele Menschen tracken ihr Training mit Smartwatches. Wie viele Kalorien verbraucht werden, überschätzen die Uhren oft. / © Getty Images/milorad kravic
Smartwatches eignen sich nicht, um den Kalorienverbrauch beim Training akkurat zu ermitteln. Tatsächlich gaben die Uhren Werte an, die im Median 15 bis 25 Prozent vom tatsächlichen Kalorienverbrauch abwichen. Mit zunehmendem Körperfettanteil wurden die Messungen noch ungenauer, ermittelten Forschende der Florida International University (FIU). In einer Studie im Fachjournal »PLOS« verglichen sie die Angaben zum Kalorienverbrauch der Uhren vier verschiedener Hersteller mit dem etablierten Stoffwechselanalysator COSMED K5.
»Man darf die angezeigten Kalorienverbrauchswerte nicht als treffsichere Zahlen betrachten, denn das sind sie nicht«, erklärt Dr. Jason Kostrna, Erstautor der Studie in einer Pressemitteilung seiner Universität. Besonders für Menschen, die Kalorien zählen und so Gewicht verlieren wollen, sei das relevant. »Man könnte jede Woche um Hunderte von Kalorien danebenliegen und leicht in einen Kalorienüberschuss geraten, obwohl man glaubt, ein Kaloriendefizit zu haben.«
In der Studie absolvierten 58 Erwachsene mit hispanischem Hintergrund ein zehnminütiges Training auf einem Liegerad. Dabei wechselte die Intensität innerhalb zweiminütiger Intervalle bei 64 bis 76 Prozent und 77 bis 95 Prozent der maximalen Herzfrequenz. Die maximale Herzfrequenz wurde anhand der sogenannten Tanaka-Formel ermittelt.
Die Teilnehmenden trugen eine von vier Smartwatches unterschiedlicher Hersteller: die Apple Watch Series 8, die Fitbit Sense 2, die Samsung Galaxy Watch 5 und die Garmin Forerunner 955. Zugleich wurde der tatsächliche Energieverbrauch durch Spiroergometrie mithilfe des COSMED K5-Stoffwechselanalysators erfasst. Dieser gilt als Goldstandard für die Ermittlung von Kalorienverbräuchen in klinischen Laboren.
Die größten Abweichungen zeigten Geräte von Garmin und Samsung. Sie überschätzten den Energieverbrauch durchschnittlich deutlich. Die Smartwatch von Apple schätzte den Kalorienverbrauch am präzisesten. Die Daten der Fitbit Sense 2 zeigten im Mittel ebenfalls geringe Abweichungen. Doch bei diesem Gerät kam es sehr häufig zu auffälligen Messfehlern: Es zeigte unrealistisch niedrige Messwerte an oder die Angaben fehlten vollständig. Mehrere Messungen gingen daher nicht in die Auswertung mit ein.
Die Forschenden kommen zu dem Ergebnis, dass aktuelle Smartwatches für eine verlässliche Bestimmung des Energieverbrauchs noch nicht präzise genug seien. Dennoch könnten die Geräte sinnvoll genutzt werden, solange man sich ihrer Grenzen bewusst sei. Für das Training können sie zur Erfassung der Herzfrequenz oder zur Beobachtung langfristiger Trends sinnvoll sein.