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Existenzgründer-Workshop
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Selbst, ständig und erfolgreich

Was brauchen Apothekerinnen und Apotheker, um erfolgreich in die Selbstständigkeit zu starten? Ein »Startpaket« an Tipps und Tricks zu Betriebswirtschaft, Finanzen, Steuern und Co. teilten erfahrene Expertinnen und Experten beim Existenzgründer-Workshop, der am 15. Juli in Düsseldorf bereits in die 13. Runde ging.
AutorKontaktLaura Rudolph
Datum 21.07.2026  09:00 Uhr

Bericht eines Existenzgründers

Ihab Alnwakeel, Inhaber der Ruhrland-Apotheke am Hauptbahnhof in Oberhausen, war bereits zum zweiten Mal als Referent beim Existenzgründer-Workshop dabei. Er berichtete von seinem Weg vom Pharmaziestudium und ersten Erfahrungen als Apothekeninhaber in Syriens Hauptstadt Damaskus. Vor zehn Jahren kam Alnwakeel nach Deutschland, absolvierte Fachsprachen- und Kenntnisprüfung und arbeitete seit 2019 als angestellter Apotheker. 2023 übernahm er schließlich die Ruhrland-Apotheke.

Aus seinen Schilderungen wurde deutlich, dass Mut, Durchhaltevermögen und Hartnäckigkeit nötig sind, um den Wunsch von der eigenen Apotheke zu verwirklichen. Beim Thema Kontaktaufnahme lohne es sich, am Ball zu bleiben, wenn man eine interessante Betriebsstätte gefunden habe. Alnwakeel scherzte, dass er es bei Anrufen manchmal wie mit Amoxicillin gehandhabt habe: »Dreimal am Tag: morgens, mittags, abends.«

Wie findet sich die passende Apotheke?

Doch wie wählt man unter vielen Angeboten die passende Apotheke aus? »Rund 35 Prozent der Inhaberinnen und Inhaber sind älter als 55 Jahre«, betonte Silke Wolff, langjährige Marktentwicklerin bei der Treuhand Hannover. Das Unternehmen begleitet jede dritte Apothekenübernahme in Deutschland. Dementsprechend gäben viele Inhaber ihre Apotheke bald ab.

Bei der Auswahl spielen Kennzahlen wie Nettoumsatz, Rohgewinn und Betriebskosten eine wichtige Rolle, sollten jedoch nicht isoliert betrachtet werden. Entscheidend sind auch Faktoren wie Standort, Wettbewerbssituation oder mögliche Sonderumsätze durch Heimversorgung oder Versandhandel.

Um Fehlentscheidungen und finanzielle Überraschungen zu vermeiden, empfahl Wolff eine professionelle Analyse der Wunschapotheke. Grundsätzlich sollten Existenzgründer mit zwei bis drei Jahren von der Entscheidung bis zur eigentlichen Übernahme rechnen, da sich Kaufpreisverhandlungen durchaus hinziehen können.

Wie wird der Kauf finanziert?

Apropos Kaufpreis: Wie lässt sich eine Apothekenübernahme oder Neugründung finanzieren? Alexander Wende, Senior Berater Private Banking und stellvertretender Leiter der Apobank-Filiale Düsseldorf I, sprach sich dafür aus, den Kauf einer Apotheke eher über Fremd- als über Eigenkapital zu finanzieren, da die Zinsen eines betrieblichen Darlehens als Betriebsausgaben steuerlich absetzbar sind. Eigenkapital kann dann beispielsweise für private Investitionen eingesetzt werden.

Häufig nutzen Gründer Annuitäten- oder Tilgungsdarlehen. Bei einem Tilgungsdarlehen bleibt die Tilgungsrate konstant, während die Zinsbelastung aufgrund der sinkenden Restschuld kontinuierlich abnimmt. Dadurch verringert sich die Gesamtrate im Zeitverlauf. Eine Alternative ist das endfällige Darlehen. Dabei werden während der Laufzeit in der Regel nur die Zinsen gezahlt; die Rückzahlung der Darlehenssumme erfolgt erst am Ende der Laufzeit. Dies kann die laufende Liquiditätsbelastung reduzieren. Zusätzlich lassen sich Finanzierungen häufig mit öffentlichen Förderkrediten, etwa der KfW, kombinieren, die oftmals günstige Konditionen bieten.

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