| Laura Rudolph |
| 21.07.2026 09:00 Uhr |
Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Bereichen teilten beim Existenzgründer-Workshop ihre Tipps und ihr Wissen – etwa zu Betriebswirtschaft, Finanzen, Steuern und Digitalisierung. / © AVNR/Alois Müller
Wer heute eine Apotheke übernimmt oder gründet, tut dies in Zeiten des politischen, gesellschaftlichen und »kolossalen« demografischen Wandels. Das betonte Kathrin Luboldt, Vizepräsidentin der Apothekerkammer Nordrhein, in ihrem Grußwort.
Immer mehr alte und multimorbide Menschen stehen sinkenden Zahlen von Arztpraxen gegenüber. Luboldt betonte, dass Apotheken künftig eine noch größere Rolle in der Primärversorgung einnehmen würden als heute – und dass Gesundheitsversorgung nur im interprofessionellen, kollegialen Miteinander funktioniere. Auch die Politik habe dies erkannt: »Die Apothekenreform stellt unsere Kompetenz noch mehr in den Vordergrund.«
Eine Existenzgründung biete den Vorteil, die eigene Apotheke nach persönlichen Schwerpunkten auszurichten, sagte die Inhaberin der Damian-Apotheke in Dinslaken. Mit neuen pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL), erweiterten Impfangeboten und weiteren Präventionsleistungen böten sich dafür künftig zusätzliche Chancen.
Der Existenzgründer-Workshop für Apotheker ist eine gemeinsame Veranstaltung von Apothekerkammer und -verband Nordrhein, der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (Apobank), der Treuhand Hannover Steuerberatung und Wirtschaftsberatung für Heilberufe GmbH, der ARZ Service GmbH Haan sowie dem Pharmagroßhändler Noweda.
Den Schritt in die Selbstständigkeit scheuten viele Kolleginnen und Kollegen. »Nur wenige wollen sich selbstständig machen«, sagte Thomas Preis, ABDA-Präsident und langjähriger Vorsitzender des Apothekerverbands Nordrhein.
Vor einer Existenzgründung sollte man kritisch prüfen, ob man Unternehmertyp ist, riet Preis: ob man belastbar ist und bereit, Verantwortung für Personal und Finanzen zu übernehmen. Ebenso wichtig sei ein unterstützendes familiäres Umfeld.
Gerade die ersten Jahre der Selbstständigkeit seien sehr anstrengend. Wer die Frage des Unternehmertyps für sich mit »Ja« beantworten könne, habe jedoch gute Chancen auf Erfolg. Aufgrund des demografischen Wandels werden Apotheken »in den schätzungsweise nächsten 20 Jahren tendenziell mehr zu tun haben.«