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Hessen

Securpharm belastet Apotheker

Der Vorsitzende des Hessischen Apothekerverbands (HAV) Holger Seyfarth kritisiert den bürokratischen und zeitlichen Aufwand durch den Fälschungsschutz Securpharm und fordert einen finanziellen Ausgleich für die Apotheken.
PZ
13.02.2020  16:22 Uhr

Vor einem Jahr haben die Apotheken vor Ort bundesweit den Fälschungsschutz für Arzneimittel namens Securpharm eingeführt. »Täglich werden über 2 Millionen verifizierungspflichtige Arzneimittel aus dem Securpharm-System ausgebucht, der Großteil durch die Apotheken vor Ort«, so Seyfarth. Die damit verbundenen Prozesse erforderten hohe Investitionen in die Lagersysteme und verursachten auch weiterhin laufende Kosten, insbesondere für Mitarbeiter und Apotheken-EDV. Zudem verlängerten sich die von den Apothekenteams aufgewendeten Beratungszeiten bei den Patienten. »Wir beraten gerne zu Arzneimitteln. Jetzt müssen wir auch noch die Wartezeiten des Securpharm-Servers erklären«, erläutert der Apotheker und fordert einen finanziellen Ausgleich der Zusatzarbeit.

Den Aufwand für Securpharm hält er für gerechtfertigt, sofern dieser der Patientensicherheit tatsächlich diene. Deshalb erwartet der Verbandschef klare Auskünfte zu Art und Anzahl etwaig aufgedeckter Fälschungsversuche seitens der Behörden: »Die Apotheken engagieren sich gerne für die Sicherheit ihrer Patienten. Es muss aber auch klar werden, welchen Nutzen unser Engagement hat.«

Der Vorsitzende des Verbands warnt den Gesetzgeber vor weiteren Belastungen der Apotheken und kritisiert die zunehmend ausufernde Bürokratie in den Apotheken: »Die meisten Apotheken sind Klein-Unternehmen. Immer neue administrative Anforderungen an ihren Betrieb hemmen die Motivation der  Apotheker, die als Angehörige eines Heilberufs Menschen helfen wollen.«

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