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Astra-Zenecas Covid-19-Vakzine
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Schutzwirkung bis zu 90 Prozent mit Vektorimpfstoff

Astra-Zeneca meldet heute erste Wirksamkeitsdaten seines Corona-Impfstoffkandidaten AZD1222, der zusammen mit der Universität Oxford entwickelt wurde. 90, 70 oder 62 Prozent Wirksamkeit – Verwirrung lösten dabei signifikant unterschiedliche Ergebnisse aus, die von zwei Studien mit unterschiedlichem Studiendesign stammen. Das Unternehmen hatte sich zu einer gepoolten Auswertung entschlossen.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 23.11.2020  13:30 Uhr

Wieso schützt die niedrigere Dosis besser?

Auch Professor Dr. Leif-Erik Sander, Leiter der Forschungsgruppe Infektionsimmunologie und Impfstoffforschung der Charité – Universitätsmedizin Berlin, sprach von einem »weiteren tollen Erfolg der Impfstoffforschung«. Er äußerte auch eine Vermutung, warum in der Studiengruppe, die zunächst nur mit einer halben Dosis geimpft wurde, das vorläufige Ergebnis besser war als in der höher dosierten Studie: »Ich könnte mir vorstellen, dass durch die geringere Anfangsdosis etwas weniger Immunantworten gegen den Vektor selber, also gegen das ChAdOx-Adenovirus, ausgebildet werden. Dadurch könnte möglicherweise bei der zweiten Gabe in der höheren Dosis eine bessere Wirkung erreicht werden.«

Dies sei jedoch aktuell reine Spekulation. »Es bleibt für den Moment eine interessante und letztlich positive Beobachtung, die Hoffnung gibt, dass der Impfstoff eine gute Wirksamkeit erreichen kann«, so Sander. Die Wissenschaftlergemeinde wartet nun auf die Bereitstellung der Primärdaten. Zudem handelt es sich um eine erste Zwischenanalyse. Die genaue Schutzwirkung wird sich erst nach Studienende ermitteln lassen.

Bis zu 3 Milliarden Dosen Impfstoff

Astra-Zeneca teilte mit, dass es nun unverzüglich die Einreichung der Daten bei Behörden auf der ganzen Welt vorbereitet, mit dem Ziel, möglichst zeitnah mindestens eine bedingte Zulassung zu erhalten. In der EU läuft bereits seit dem 1. Oktober ein Rolling-Review-Verfahren. Astra-Zeneca war hier das erste Unternehmen, das eine Zulassung beantragt hat. Erst vergangene Woche hatte es vielversprechende Phase-II-Daten zu ADZ1222 im Fachjournal »The Lancet« veröffentlicht. Wie Vektorimpfstoffe funktionieren, lesen Sie hier.

Das Unternehmen setze alles daran, diesen Impfstoff nach Zulassung möglichst schnell, breit und gerecht zur Verfügung zu stellen, versprach Dr. Hans Sijbesma, Geschäftsführer von Astra-Zeneca Deutschland. »Das tun wir zum einen, indem wir den Impfstoff während der Pandemie ohne Profit zur Verfügung stellen. Zum anderen wird die einfache Versorgungskette des Impfstoffs helfen, dies weltweit zu ermöglichen.« Die Herstellung schreite gut voran. Astra-Zeneca rechnet mit einer Kapazität von bis zu 3 Milliarden Dosen des Impfstoffs im Jahr 2021 auf fortlaufender Basis.

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