| Barbara Döring |
| 12.06.2026 09:00 Uhr |
Aufgaben einer School Nurse sei zunächst die Akutversorgung bei Erkrankungen und Verletzungen und die Betreuung chronisch kranker Schüler und Schülerinnen. Auch Gesundheitsprävention und die Vermittlung von Gesundheitskompetenz sollten bereits in der Schule stattfinden, sagte Birgit Pätzmann-Sitas, Vorstandsmitglied des Berufsverbands Kinderkrankenpflege Deutschland (BeKD).
Der Nutzen sei sowohl individuell als auch multisystemisch. Der Bericht zeige, dass Schüler durch School Nurses Versorgungssicherheit und Bildungsteilhabe erfahren und der Schulabsentismus reduziert wird. Schüler könnten am besten lernen, wenn sie selbstwirksam sein können. Dazu tragen School Nurses bei.
Auch Eltern würden entlastet, wenn sie wissen, dass ihr Kind in der Schule professionell betreut wird und sie nicht ständig dem Arbeitsplatz fernbleiben müssen, um ihr Kind aus der Schule zu holen oder an einer Klassenfahrt teilzunehmen. Viele Dinge wie etwa Bauchschmerzen könnten schon dort geregelt werden.
Auch ökonomisch wären School Nurses von Nutzen. So sind laut Bericht an Schulen mit School Nurses die Heilbehandlungskosten pro Unfall um 14 Prozent niedriger im Vergleich zu anderen Schulen. Einsätze mit Rettungswagen, die das Kind in eine Klinik fahren, von der die Eltern es wieder abholen müssen, konnten durch School Nurses an hessischen Gesamtschulen um 64 Prozent reduziert werden.
Fleischmann mahnte, dass Deutschland statt der Modellprojekte eine flächendeckende und rechtlich verankerte Lösung mit einer dauerhaften Finanzierung bräuchte. »Gesundheit wartet nicht, bis die Schule aus ist«, betonte Nadine Haunstetter, seit fünf Jahren Schulgesundheitskraft in Stuttgart. Sie schilderte ihre Arbeit an einem Schulcampus mit Gymnasium, Realschule und Grundschule. Es sei unablässig, Gesundheit mit Bildung zu verknüpfen. Nur wer gesund sei und sich gesund fühle, könne am Unterricht teilnehmen.
Schüler fühlten sich einfach mal nicht wohl. Sie fühlen sich krank, hätten Sorgen, Ängste und körperliche Beschwerden. Zudem passierten Unfälle. Da sei es wichtig, eine medizinische Fachkraft in den Schulen zu haben, eine Ansprech- und Vertrauensperson, zu der die Schüler einfach gehen könnten und ihre Sorgen loswerden können. »Wir bewerten nicht, wir trösten und verarzten die Wunden.«
Haunstetter spricht jeden Tag mit Kindern und Jugendlichen über Gesundheit. All das könne man den ohnehin belasteten Lehrkräften nicht auch noch überstülpen. Bei Themen, mit denen sie sich nicht gut genug auskennt, hole sie sich Hilfe, etwa beim Gesundheitsamt. Von Eltern, mit denen sie in engem Gespräch ist, bekomme sie viel Wertschätzung. Viele Kinderarztbesuche und Arbeitsausfälle könnten diese durch die Betreuung der School Nurse sparen.