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Kinder lernen besser
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Schreiben stimuliert das Gehirn

Einige Schulen führen die Schönschrift wieder ein. Grund sind immer mehr wissenschaftliche Erkenntnisse, die dem Schreiben per Hand unter anderem Bedeutung für die Entwicklung motorischer Fähigkeiten bei Kindern zuschreiben.
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 20.07.2026  07:00 Uhr

Angesichts der vielen digitalen Geräte ist das Schreiben per Hand in vielen Schulen weltweit in den Hintergrund geraten – nun rückt es wieder stärker in den Fokus der Forschung. Einige Schulen sind schon zurückgerudert. In New Jersey müssen Kinder ab der dritten Klasse erneut Schreibschrift lernen. Ähnliche Vorgaben gibt es inzwischen auch in weiteren US-Bundesstaaten, wie das Fachjournal »Nature« berichtet. In Europa hatten Finnland und die Schweiz die Handschrift zeitweise aus den Lehrplänen gestrichen, während sie in Frankreich und Brasilien nie verschwunden war.

Das Schreiben von Hand helfe Kindern, Buchstaben und Zahlen besser zu identifizieren, erklärt Entwicklungsneurologin Professor Dr. Karin Harman James von der Indiana University Bloomington. In einer ihrer Studien lernten Kinder, die noch nicht lesen konnten, entweder zu schreiben oder zu tippen. Später sollten sie Bilder von Buchstaben betrachten. Das Ergebnis: Bei den Kindern, die geschrieben hatten, aktivierten sich Hirnregionen, die Erwachsene auch beim Lesen nutzen. Bei den Kindern, die nur getippt hatten, zeigte sich dort kaum Aktivität.

Aktives Tun fördert das Lernen

Neurowissenschaftlerin Professor Dr. Audrey van der Meer von der norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie in Trondheim beobachtete ebenfalls deutliche Unterschiede. Beim Schreiben von Hand entstehe Aktivität in der Nähe der Lern- und Gedächtniszentren – beim Tippen dagegen weit weniger. »Beim Schreiben von Hand bildet man komplexe motorische Muster aus, während es beim Tippen nur um einfache Fingerbewegungen geht«, sagt sie gegenüber »Nature«.

Auch die emeritierte Professorin, Bildungsforscherin und klinische Psychologin Dr. Virginia Berninger von der University of Washington empfiehlt Lehrkräften, zunächst Druckschrift und später Schreibschrift zu unterrichten. Ab der vierten Klasse schreiben Kinder schneller und sicherer, wenn sie die verbundene Schrift beherrschen. Sie betont in dem Beitrag zudem, wie sehr aktives Tun das Lernen fördert: »Produktion verbessert die Wahrnehmung.«

Insgesamt gehen die Forscherinnen davon aus, dass Schreibschrift einen positiven Effekt hat, da dabei etwa mehr Geschicklichkeit und Aufmerksamkeitsfähigkeit gefragt sind als beim Tippen. Außerdem erachten sie es als Teil der Kultur, mit der Hand zu schreiben – vom Liebesgedicht bis zur Einkaufsliste.

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