| Barbara Döring |
| 12.06.2026 09:00 Uhr |
»Diabetes macht keine Pause, auch nicht, während Unterricht, Sport oder Klassenfahrt«, betonte der Kinderdiabetologe und DDG-Vorstandsmitglied Professor Dr. Andreas Neu. Er schilderte den Fall des siebenjährigen Max mit Typ-1-Diabetes, der nach einem Alarm des Blutzucker-Sensors verstört von der Schulsekretärin betreut wird, bevor seine Mutter ihn abholt. In dem Alter könne er mit seinem gerade gelernten Einmaleins Werte im Bereich von über 300 noch nicht einordnen.
Dieses Problem sei alltäglich, doch Lehrkräfte seien im Allgemeinen nicht in der Lage, adäquate medizinische Unterstützung zu bieten, und Kinder im Grundschulalter mit dem sehr komplexen Diabetesmanagement überfordert – und hätte sich mithilfe einer School Nurse leicht lösen lassen. Er betonte, dass Gesundheit im Schulalltag nicht vom Zufall abhängen dürfe.
Um School Nurses zu etablieren, sind qualifizierte Aus- oder Weiterbildungen erforderlich. In Belgien gibt es dafür einen akademischen Studiengang. Pflegefachkräfte haben zudem die fachlichen Voraussetzungen, um sich entsprechend fortzubilden.
Für die Finanzierung schlagen die Autoren eine Mischfinanzierung durch Bund, Länder, Kommunen, Krankenkassen, Unfallkassen und Arbeitgeber sowie einen »Gesundheitspakt Schule« vor. »Wir wissen, dass Schulgesundheitsfachkräfte sinnvoll, etablierbar und finanzierbar sind«, sagte Thaiss. Es brauche nun den politischen Willen, aus erfolgreichen Projekten eine verlässliche Regelstruktur zu machen.