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Welcher Impfstoff?

Rund um die Auffrischimpfung ist noch vieles ungewiss

Mit welchem Impfstoff auffrischen?

Allerdings sehen sich die Experten in sehr naher Zukunft mit dem Problem konfrontiert, zusätzlich zu theoretischen Überlegungen und experimentellen Überprüfungen von durchaus plausiblen Hypothesen konkrete Empfehlungen auszusprechen. Denn im Herbst stehen Auffrischimpfungen an und es werden wahrscheinlich drei verschiedene mRNA-Impfstofftypen zur Verfügung stehen: der nicht modifizierte klassische Impfstoff, ein an die Omikron-Subvariante BA.1 angepasster Kombinationsimpfstoff und ein an BA.4/BA.5 angepasster Kombinationsimpfstoff.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt momentan allen Über-60-Jährigen und Risikopatienten, nicht auf einen angepassten Impfstoff zu warten, sondern sich unverzüglich einer vierten Impfung, in der Regel mit einem der derzeit verfügbaren mRNA-Impfstoffe, zu unterziehen.

Aber wie sollen sich diejenigen verhalten, für die eine sofortige Auffrischung des Immunschutzes nicht so dringend ist und die abwarten können, bis die neuen Impfstoffe zugelassen sind? »Das sind schwierige Fragen, auf die es keine richtigen Antworten gibt«, sagt Dr. Kathryn Edwards, Kinderärztin und Leiterin des Vanderbilt Vaccine Research Program am Vanderbilt University Medical Center in Nashville, Tennessee.

Durch Impfungen und Infektionen mit verschiedenen Virusvarianten ist die Bevölkerung im Laufe der Pandemie mit etlichen Antigenen in allen möglichen Kombinationen konfrontiert worden. Damit befänden sich die Immunsysteme der Menschen auf unterschiedlichen Lernkurven, je nachdem, wann und mit welchen Varianten oder Impfstoffen sie infiziert oder geimpft wurden, schreibt Johnson in der Washington Post.

Dies bereitet Dr. Rosemary Boyton, Professorin für Immunologie und Atemwegsmedizin am Imperial College London, Sorge. »Die Prägung ist unterschiedlich, je nachdem, wo man auf der Welt lebt und welche Impfungen man erhalten hat – und das bestimmt die spätere Immunantwort«, erläutert sie. Es gibt keinen Konsens darüber, wie sich die ursprüngliche immunologische Prägung im Falle von SARS-CoV-2 auswirkt.

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