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SARS-CoV-2
Risikogruppen besonders schützen

Empfehlungen für Risikogruppen

Besonders wichtig sei es jetzt, Menschen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung vor einer Infektion mit SARS-CoV-2 zu schützen. Hierzu zählten ältere Menschen, besonders Hochaltrige, und Menschen mit Grunderkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden, Diabetes, Lungenerkrankungen und Krebs sowie Immunsupprimierte.

»Diese Menschen sollten ganz besonders auf die Hygieneregeln achten, häufig die Hände waschen, Abstand zu Kranken halten, ihre Kontakte so weit wie möglich reduzieren und zum Beispiel nicht mehr auf Veranstaltungen gehen«, sagte Schaade. Zudem sollten sie sich über die neue Krankheit Covid-19 informieren und die Symptome kennen, damit sie im Zweifelsfall auch rasch Hilfe holen könnten. »Wir alle können diese Menschen schützen, indem wir zum Beispiel in der Familie klären, wer einkaufen geht«, verdeutlichte Schaade. Auf der Website des RKI stehe unter anderem Informationsmaterial speziell für diese Risikogruppen zur Verfügung.

Wie wichtig die Vermeidung einer Infektion vor allem für ältere Menschen ist, hatte zuletzt auch Professor Dr. Christian Drosten, Virologe an der Berliner Charité, in einem Podcast auf »NDR Info« deutlich gemacht. Eine große internationale Analyse von Sterblichkeiten an Covid-19 habe ergeben, dass die Sterblichkeit in der Altersgruppe über 80 Jahre 20 bis 25 Prozent betrage. Bei den 70- bis 80-Jährigen seien es etwa 7 bis 8 Prozent und bei den 60- bis 70-Jährigen ungefähr 3 Prozent. Diese Zahlen gäben eine Vorstellung davon, dass Ältere besonders gefährdet seien.

Nicht auf Verdacht testen

Als weiteren wichtigen Punkt hob Schaade heute hervor, dass Tests auf SARS-CoV-2 erst dann gemacht werden sollten, wenn Patienten Symptome entwickeln. Hierzu verwies er auf ein Flussschema des RKI, in dem das empfohlene Vorgehen bei Verdacht auf eine Infektion dargestellt ist. Auch Menschen, die Kontakt zu einem bestätigten Covid-19-Fall gehabt hätten oder die aus einem Risikogebiet kämen, sollten erst getestet werden, wenn sie Symptome entwickelten. Denn ein negativer Test bei Symptomlosen bedeute nicht automatisch, dass sie nicht infiziert seien, so der RKI-Vizepräsident.

Die Inkubationszeit könne bis zu 14 Tage betragen. Es sei daher sehr gut möglich, dass »jemand, der ohne Symptome negativ getestet wurde, später noch Symptome entwickelt und nochmal getestet werden muss und dass dieser Test dann positiv ausfällt.« Ein negatives Testergebnis bei Personen ohne Symptome wiege die Betroffenen womöglich in falscher Sicherheit. Zudem binde es unnötig Kapazitäten, wenn Tests unter Umständen mehrfach gemacht werden müssten.

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