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Covid-19

Remdesivir senkt die Sterblichkeit womöglich doch

Remdesivir sollte bei Patienten mit schlechter Nierenfunktion (eGFR unter 30 ml/min) nicht angewendet werden. Vor Beginn der Therapie und währenddessen sollte die Leberfunktion überwacht werden; beträgt der Wert des Leberenzyms Alanin-Aminotransferase (ALT) das Fünffache der normalen Obergrenze oder mehr, soll Remdesivir nicht gegeben werden. Bei der Infusion kann es zu Überempfindlichkeitsreaktionen kommen, auf die das Behandlerteam vorbereitet sein und schnell reagieren können sollte.

Laut In-vitro-Daten hat der Wirkstoff das Potenzial für verschiedene pharmakokinetische Interaktionen, da er ein Substrat für verschiedene CYP-Enzyme und zelluläre Transportsysteme ist. Dies wird jedoch vor dem Hintergrund der kurzen Behandlungsdauer mit Remdesivir überwiegend als klinisch nicht relevant angesehen. Nicht empfohlen wird die gleichzeitige Gabe von starken P-gP-Induktoren wie Rifampicin, da dies die Plasmakonzentration von Remdesivir senken kann. Für Dexamethason, das als mittelstarker CYP3A4- und P-gP-Induktor beschrieben wurde, gilt dies jedoch ausdrücklich nicht.

Während der Schwangerschaft darf Remdesivir nicht angewendet werden, es sei denn, der klinische Zustand der Frau erfordert dies. In der Stillzeit ist eine Entscheidung zu treffen, ob das Stillen oder die Behandlung mit Remdesivir zu unterbrechen sind beziehungsweise auf Letztere zu verzichten ist, wobei sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Frau zu berücksichtigen sind.

Last, but not least die Nebenwirkungen: Unter Remdesivir kommt es sehr häufig zu einem Anstieg der Transaminasen und häufig zu Kopfschmerzen, Übelkeit und Hautausschlag. Neu als potenzielle Nebenwirkung in die Fach- und Gebrauchsinformationen aufgenommen wurde zudem Bradykardie.

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