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Arzneimittelforschung

Remdesivir im Weltall

Auch im Weltraum wird nun zur medikamentösen Behandlung von Covid-19 geforscht. Ein Experiment an Bord der Internationalen Raumstation ISS soll helfen besser zu verstehen, wie das antivirale Remdesivir mit seiner Trägersubstanz Cyclodextrin interagiert, um die Effizienz des Arzneimittels zu steigern.
Christiane Staiger
15.01.2021  11:18 Uhr

Das erste Covid-19-Medikamenten-Experiment im Weltraum nutzt Europas ICE Cubes Service für die Erforschung in der Schwerelosigkeit. Die International Commercial Experiment Cubes (ICE-Cubes) ermöglichen kommerziellen Einrichtungen den Zugang zur Weltraumforschung. Behälter in verschiedenen Größen können gegen ein Entgelt mit Experimenten bestückt werden und reisen dann ins All. So wurde auch die Covid-19-bezogene Forschung im Dezember mit einer Cargo-Mission von SpaceX zur ISS geschickt und ist nun im wissenschaftlichen Forschungsmodul »Columbus« der Europäischen Weltraumbehörde ESA beherbergt.

Im Oktober erteilte die FDA eine reguläre Zulassung für den Einsatz von Remdesivir in der Hoffnung, dass es Patienten mit schwerer Covid-19 helfen könnte. Die bedingte EU-Zulassung erfolgte bereits im Juli. Jedoch ist die Wirksamkeit und der Einsatz weiterhin umstritten. Im November sprach die Weltgesundheitsorganisation eine bedingte Empfehlung gegen den Einsatz von Remdesivir bei Covid-19-Patienten aus.

Die ungarischen Forscher, die hinter der Arbeit an Remdesivir auf der ISS stehen, hoffen mit Erkenntnissen des Weltraumexperiments das Medikament effektiver zu machen und das Risiko der Anwendung bei Patienten mit Nierenproblemen senken zu können.

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