| Alexandra Amanatidou |
| 15.01.2026 17:00 Uhr |
Laut der Bundesregierung sind die Ursachen für die Zunahme psychischer Belastungen in der Arbeitswelt unter anderem darin zu finden, dass die kognitiv-geistigen und sozial-kommunikativen Anforderungen sowie die Anforderungen an die Selbstorganisation und Flexibilität der Beschäftigten in den letzten Jahren gestiegen sind.
Die im Jahr 2024 von der BAuA gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung - Zentrale (BIBB) durchgeführte Erwerbstätigenbefragung zeigt, dass etwa zwei Drittel der Erwerbstätigen häufig verschiedene Arbeiten gleichzeitig betreuen müssen. Mehr als 40 Prozent der Erwerbstätigen sind demnach häufig mit neuen Aufgaben konfrontiert, werden bei ihrer Arbeit häufig unterbrochen und gestört und arbeiten häufig unter starkem Termin- oder Leistungsdruck. Laut der Arbeitszeitbefragung 2023 und dem Arbeitszeitreport 2021 der BAuA gehört auch die ständige Erreichbarkeit zu den Stressfaktoren.
Laut dem Bericht der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) zur Betriebs- und Beschäftigtenbefragung 2023/24 berücksichtigen größere Betriebe psychische Belastungen in ihren Gefährdungsbeurteilungen stärker als kleinere. So lag der Anteil bei Betrieben mit über 250 Beschäftigten bei 78,6 Prozent, bei Betrieben mit ein bis neun Beschäftigten jedoch nur bei 59,1 Prozent. Eine Gefährdungsbeurteilung ist ein systematischer Prozess im Arbeitsschutz. Dabei ermitteln und bewerten Arbeitgeber potenzielle Gefahren und Belastungen am Arbeitsplatz und legen geeignete Schutzmaßnahmen fest. Interessant ist auch, dass 75,2 Prozent der Betriebe im Gesundheits- und Sozialwesen das Thema psychische Belastung in ihre Gefährdungsbeurteilung einbeziehen.
Um diesem Phänomen entgegenzuwirken, erarbeitet die Projektgruppe »Psychische Belastungen« des Ausschusses für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (ASGA) der Bundesregierung eine Regel. Diese soll die Handlungssicherheit der Betriebe hinsichtlich der Anforderungen an den Schutz vor Gefährdungen durch psychische Belastungen bei der Arbeit erhöhen und die Prävention arbeitsbedingter Erkrankungen stärken.