| Daniela Hüttemann |
| 04.08.2026 13:30 Uhr |
Mit Abstand am häufigsten verordnet wurden Herz-Kreislauf-Medikamente, vor allem Blutdrucksenker.n / © Getty Images/Maskot
Für ihren »Gesundheitsreport Arzneiverordnungen 2026« wertete die Techniker Krankenkasse (TK) die Daten ihrer 6,2 Millionen sozialversicherungspflichtig beschäftigten oder arbeitslos gemeldeten Versicherten aus. Daten von Kindern und Rentnern flossen also nicht ein. Insgesamt wurden Rezepte für 34,3 Millionen Präparate mit 2036 Millionen definierter Tagesdosen (DDD) in den Apotheken eingelöst. Im Durchschnitt waren es pro Person 5,08 Präparate mit insgesamt 292 Tagesdosen. Damit sank die Zahl der durchschnittlich verordneten Präparate im Vergleich zum Vorjahr (5,12 Präparate), während die DDD stiegen (Vorjahr: 285 DDD). Das Verordnungsvolumen stieg damit um 2,6 Prozent.
Dabei kam etwa ein Drittel der Versicherten ohne Medikamente aus. 67,4 Prozent der versicherten Erwerbspersonen erhielten mindestens eine Arzneiverordnung, die zulasten der TK abgerechnet wurde. Erwerbstätige und arbeitslose Frauen erhielten häufiger ein ärztliches Rezept als Männer (74,6 versus 61,2 Prozent).
Häufigste Verordner waren Allgemeinmediziner (42,7 Prozent), gefolgt von Internisten (25,8 Prozent), Gynäkologen (9,9 Prozent) und Dermatologen (8,4 Prozent).
Mit Abstand am häufigsten verordnet wurden Herz-Kreislauf-Medikamente (darunter vorrangig Blutdrucksenker). Die TK verzeichnet hier von 2000 bis 2025 einen Anstieg der DDD um 129 Prozent. Wenig verwunderlich gab es Unterschiede bei den Durchschnittsdosen zwischen den Altersgruppen. Während 15- bis 19-jährige Erwerbspersonen im Schnitt lediglich drei Tagesdosen von Herz-Kreislauf-Medikamenten brauchten, waren es bei weiblichen Erwerbspersonen im Alter von 60 bis 64 Jahren 293 DDD und bei den gleichaltrigen Männern sogar 507 DDD. »Die genannte Verordnungsmenge bei Männern würde rechnerisch ausreichen, um jeden Mann dieser Altersgruppe ganzjährig mit mehr als einem Herz-Kreislauf-Medikament in typischer Dosierung zu behandeln«, so die TK.
Einen anteilig noch stärkeren Anstieg – um 137 Prozent – verzeichnete die Krankenkasse bei Verordnungen von Medikamenten zur Behandlung des Nervensystems inklusive Antidepressiva. Häufig verschrieben wurden aber auch Präparate gegen Magen-Darm-Beschwerden inklusive Sodbrennen. Allein auf Pantoprazol fielen im vergangenen Jahr durchschnittlich 13,1 Tagesdosen pro Jahr auf jede Erwerbsperson.
Seit 2018 verzeichnet die TK einen deutlichen Zuwachs bei der Hormonersatztherapie für Frauen in den Wechseljahren. Von damals 12,4 Tagesdosen je Versicherungsjahr verdoppelten sich die Verordnungszahlen nahezu bis 2025 (24,4). Damit bewegten sie sich aktuell auf einem Niveau, das zuletzt 2003 überschritten wurde, so die TK.