| Christina Hohmann-Jeddi |
| 31.07.2026 18:00 Uhr |
Die Forschenden ziehen aus den Ergebnissen das Fazit, dass bei älteren Frauen mit ausreichender Calciumversorgung die Proteinzufuhr stärker als eine Calciumsupplementierung die Veränderungen der Knochenstruktur an der gesamten Hüfte unter Osteoporose-Medikation beeinflusst. Die Ergebnisse stellten somit die routinemäßige Calciumsupplementierung bei Frauen mit ausreichender Calciumversorgung infrage, heißt es in der Publikation. Es sei sinnvoll, die tägliche Calciumaufnahme zu erfassen, bevor eine Supplementierung verschrieben wird.
Zudem sollte verstärkt auf eine ausreichende Proteinzufuhr geachtet werden. Eiweiß habe eine gut belegte anabole Funktion: Es fördere unter anderem die Bildung des Wachstumsfaktors IGF-1, der die knochenaufbauenden Zellen aktiviert und die Knochenmineralisierung fördert. Zudem verbessert Protein die Aufnahme von Calcium im Darm und trägt zum Erhalt der Muskelmasse bei, was indirekt die Knochen stärkt.
Die Autoren um Papageorgiou schlagen vor, zu Beginn einer Osteoporose-Therapie den Ernährungsstatus in Bezug auf Calcium und Protein zu erheben. Zudem sollten der bisher vernachlässigte Zusammenhang zwischen der Proteinaufnahme und dem Therapieerfolg bei Osteoporose stärker untersucht und auch knochenaufbauende (anabole) Substanzen berücksichtigt werden.