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Ernährung und Supplemente
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Protein bei Osteoporose wichtiger als Calcium?

Zur antiresoptiven Therapie erhalten Patienten mit Osteoporose meist auch Calciumsupplemente. Diese scheinen einer aktuellen Studie zufolge wenig Effekt zu haben – wichtiger war dagegen die Proteinaufnahme.
AutorKontaktChristina Hohmann-Jeddi
Datum 31.07.2026  18:00 Uhr

Calciumpräparate werden häufig zusammen mit Osteoporose-Medikamenten verschrieben, ohne die Calciumzufuhr über die Ernährung zu berücksichtigen. Ein Team um Maria Papageorgiou von der Universitätsklinik Genf wollte wissen, wie sinnvoll diese Maßnahme ist und welchen Einfluss die Calcium- und Proteinzufuhr auf den Therapieerfolg bei ausreichend mit Calcium versorgten Frauen haben. Die Ergebnisse stellte das Team Mitte Juli im Fachjournal »Osteoporosis International« vor.

Die Forschenden werteten Daten von 586 Frauen im mittleren Alter von 67 Jahren aus, die über einen Zeitraum von durchschnittlich 3,5 Jahren beobachtet wurden. Von diesen erhielten 101 Frauen eine Hormonersatztherapie, 67 eine antiresorptive Osteoporose-Therapie und 418 keine spezifische Osteoporose-Medikation. Die Aufnahme von Calcium und Eiweiß wurde mithilfe eines validierten Ernährungsfragebogens erfasst. Veränderungen der Knochendichte (BMD) und der Knochenfestigkeit an der Hüfte wurden jährlich mittels DXA-Messungen und der sogenannten Finite-Elemente-Analyse untersucht.

Die Ergebnisse: Die Probandinnen nahmen im Durchschnitt 1503 mg Calcium pro Tag auf. Etwa 71 Prozent von ihnen erreichten damit die tägliche Verzehrempfehlung von mindestens 1200 mg. Die Hälfte (51 Prozent) der Probandinnen nahm Calciumsupplemente und 70 Prozent nahmen Vitamin-D-Präparate ein.

Sowohl die Hormonersatztherapie als auch die antiresorptive Therapie waren mit einem geringeren Rückgang der Hüftknochendichte assoziiert im Vergleich zu den Frauen ohne Therapie. Dabei hatten weder die gesamte Calciumaufnahme noch die Einnahme von Calciumpräparaten einen signifikanten Einfluss auf die Knochendichte an der Hüfte oder auf die Knochenfestigkeit. Aber bei Frauen, die weniger als 800 mg Calcium pro Tag zu sich nahmen, zeigten Osteoporose-Medikamente ohne zusätzliche Calciumsupplementierung keinen Nutzen, berichtet das Team.

Bei Frauen mit einer Proteinzufuhr von weniger als 0,8 g/kg Körpergewicht pro Tag waren die Effekte der Osteoporose-Therapie abgeschwächt gegenüber Frauen, die mindestens diese Menge Eiweiß pro Tag zu sich nahmen.

Protein stärkt die Knochen

Die Forschenden ziehen aus den Ergebnissen das Fazit, dass bei älteren Frauen mit ausreichender Calciumversorgung die Proteinzufuhr stärker als eine Calciumsupplementierung die Veränderungen der Knochenstruktur an der gesamten Hüfte unter Osteoporose-Medikation beeinflusst. Die Ergebnisse stellten somit die routinemäßige Calciumsupplementierung bei Frauen mit ausreichender Calciumversorgung infrage, heißt es in der Publikation. Es sei sinnvoll, die tägliche Calciumaufnahme zu erfassen, bevor eine Supplementierung verschrieben wird.

Zudem sollte verstärkt auf eine ausreichende Proteinzufuhr geachtet werden. Eiweiß habe eine gut belegte anabole Funktion: Es fördere unter anderem die Bildung des Wachstumsfaktors IGF-1, der die knochenaufbauenden Zellen aktiviert und die Knochenmineralisierung fördert. Zudem verbessert Protein die Aufnahme von Calcium im Darm und trägt zum Erhalt der Muskelmasse bei, was indirekt die Knochen stärkt.

Die Autoren um Papageorgiou schlagen vor, zu Beginn einer Osteoporose-Therapie den Ernährungsstatus in Bezug auf Calcium und Protein zu erheben. Zudem sollten der bisher vernachlässigte Zusammenhang zwischen der Proteinaufnahme und dem Therapieerfolg bei Osteoporose stärker untersucht und auch knochenaufbauende (anabole) Substanzen berücksichtigt werden.

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