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Anhörung GKV-Spargesetz
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Preis: Höherer Abschlag verlängert Apothekensterben

Das GKV-Spargesetz ist auf der Zielgeraden. Es soll noch vor der Sommerpause verabschiedet werden. In einer Mammutsitzung hatten heute Vertreterinnen und Vertreter aus allen vom Gesetz tangierten Bereichen Gelegenheit, auf Nachfrage ihre Positionen darzulegen. Die ABDA warnte vor einem erhöhten Kassenabschlag.
AutorKontaktEv Tebroke
Datum 22.06.2026  16:55 Uhr
Datum Aktualisiert am 22.06.2026  18:07 Uhr

Thema: Dynamischer Herstellerabschlag

Ein mögliches Entgegenkommen hatte die Regierung beim geplanten dynamischen Herstellerrabatt signalisiert. Dieser Abschlag, den Hersteller den Kassen beim Arzneimittelpreis gewähren müssten, soll sich jeweils an der jährlichen Entwicklung der Arzneimittelkosten orientieren und dementsprechend reguliert werden. Hier ist die Pharmabranche Sturm gelaufen und befürchtet den Niedergang des deutschen Pharmastandorts. »Dynamische Abschläge wären eine Katastrophe«, so etwa der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI). Die Ankündigung massiver Investitionskürzungen dürfte die Politik zudem unter Zugzwang setzen.

Auf Nachfrage von CSU-Gesundheitspolitiker Stephan Pilsinger bekam die Branche ausgiebig Gelegenheit, die aus ihrer Sicht sehr nachteilige Sparregelung zu kritisieren. »Der dynamische Abschlag ist viel mehr als nur eine kurzfristige Sparmaßnahme«, so Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland.

Deutschland sei für andere Märkte Referenzland. »Nationale Entscheidungen entfalten internationale Konsequenzen«, sagte sie. Bereits jetzt läge Deutschland bei den Innovationen um 30 Prozent unter dem Output von Märkten wie China und USA. Die Regelung gefährde den Standort weiter. Es gehe nicht nur um den Preis, es gehe um Versorgungssicherheit.

Han Steutel vom Verband der forschenden Pharmaunternehmen (vfa) kritisierte die damit einhergehende Planungsunfähigkeit für Hersteller. Eine solche Dynamisierung sei unvereinbar mit einem kommerziellen Unternehmen. »Wir wissen dann erst im Laufe eines Jahres, was wir im Jahr verkauft haben.«

Vonseiten der Kassen hieß es hingegen, eine weitere Ausgabenbegrenzung der Pharmaindustrie sei »ein konsequenter Weg im Sinne einer ausgabenorientierten Sparpolitik«, so etwa Oliver Blatt, Chef des GKV-Spitzenverbands. Ein höherer Preis garantiere zudem nicht, dass mehr Unternehmen hierzulande produzieren. Da gebe es andere Hemmnisse, wie etwa bürokratische Hürden.


 

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