| Melanie Höhn |
| 05.05.2026 18:00 Uhr |
Die Vorständin der mkk Andrea Galle betonte, dass Prävention bereits heute viele Menschen erreiche und grundsätzlich wirksam sowie vergleichsweise kostengünstig ist. Die Krankenkassen würden mit ihren Angeboten Millionen Versicherte in unterschiedlichen Lebenswelten ansprechen, etwa in Betrieben, Schulen oder anderen Einrichtungen. Gleichzeitig machte sie deutlich, dass diese erreichten Gruppen nicht unbedingt identisch sind mit denjenigen, die besonders stark von Präventionsmaßnahmen profitieren würden. Vor diesem Hintergrund sieht sie großes Potenzial darin, Apotheken stärker einzubeziehen, da diese andere Zielgruppen erreichen und Menschen oft in einem Moment ansprechen können, in dem sie besonders offen für Gesundheitsangebote sind.
Sie unterstützt daher die Idee, Apotheken stärker in Präventionsstrategien einzubinden. Aus ihrer Sicht geht es darum, die Reichweite insgesamt zu erhöhen und verschiedene Zugangswege sinnvoll zu kombinieren. Dabei versteht sie Prävention als gemeinsame Aufgabe vieler Akteure im Gesundheitswesen. Angesichts steigender Krankheitslasten sei es entscheidend, mehr Menschen frühzeitig zu erreichen und Erkrankungen möglichst zu vermeiden. »Es ist ein kluger Gedanke, die Apotheken mitzudenken. Wir sind gehalten, die Strukturen klug zu nutzen, die wir haben.«
Die Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen Annette Rommel erklärte, dass Prävention zwar eine wichtige Aufgabe im Gesundheitswesen sei, jedoch nicht isoliert von einzelnen Akteuren wie Apotheken übernommen werden könne. Sie sieht die Hauptverantwortung weiterhin breit verteilt und weist darauf hin, dass insbesondere Ärztinnen und Ärzte primär für Diagnostik und Therapie ausgebildet sind, während Prävention nur ein ergänzender Bestandteil ihrer Arbeit sein kann. Im Hinblick auf Apotheken steht sie einer stärkeren Einbindung grundsätzlich offen gegenüber, machte jedoch deutlich, dass deren Beitrag sinnvoll in abgestimmte Versorgungsprozesse eingebettet werden muss.
Gleichzeitig hebt sie hervor, dass Kooperation grundsätzlich sinnvoll ist und bereits funktionierende Modelle wie ARMIN existieren, in denen Ärzte und Apotheker eng zusammenarbeiten und einen Mehrwert für die Patienten schaffen. Insgesamt plädierte sie dafür, die Rolle der Apotheken in der Prävention nicht isoliert zu betrachten, sondern als Teil eines abgestimmten, sektorenübergreifenden Versorgungssystems, in dem klare Zuständigkeiten und Kommunikationswege definiert sind.